Klaus Desinger

Reisebüros vorsichtig optimistisch

Beim Betreten des Reisebüros von Werner Rückert in Bad Sobernheim, begrüßen die Besucher zahlreiche exotische Pflanzen, Postkarten und eine Fototapete, die Lust auf Urlaub macht.
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Mario Zimmer erfüllt in Bad Sobernheim Urlaubsträume

Mario Zimmer erfüllt in Bad Sobernheim Urlaubsträume

Foto: Susan Urbanek

Kreis. Kristallklares Wasser, ein weißer langer Sandstrand und Sonne - all das darf in den Ferien nicht fehlen, oder? Mitarbeiter Mario Zimmer betreut seit knapp zwei Jahren Reiselustige bei ihrer Entscheidung für das Traumziel und weiß, dass nicht immer die Strandreise gefragt ist. Vor allem seit Beginn der Corona-Pandemie habe sich das Reisen verändert, erklärt er. »Es sind weniger Kundinnen und Kunden, die Fernreisen buchen. Dabei spielen auch die Unsicherheit und die ständigen Änderungen bei der Ein- und Ausreise eine entscheidende Rolle«, weiß der Reise-Profi.
 

Januar und Februar Hauptbuchungsmonate

Wie viele dieser Änderungen es gibt, zeigt sich, als Mario Zimmer im »ReiseCenter« seinen E-Mail-Account öffnet. Täglich sind es bis zu 15 Mails des Auswärtigen Amts, die neue, länderspezifische Reglungen beinhalten. Seit Ende September 2020 summieren sich die Mails auf knapp 4.700. Dass Januar und Februar eigentlich die Hauptbuchungsmonate für Sommer- und Herbstreisen sind, macht sich nicht bemerkbar. Wenn das Telefon klingelt, wird oft wieder nur nach den neuen Regeln gefragt, unterstreicht Zimmer. Eine ähnliche Entwicklung sieht auch Ralf Cullmann, der das Reisebüro Holiday Land in Idar-Oberstein schon seit dem Jahr 2009 führt. Er beklagt, wie fast alle Reisebüros deutschlandweit, einen Rückgang der Buchungen. Aus diesem Grund ist der Unternehmer mit Prognosen für 2022 zurückhaltend. . . Bisher seien aber vor allem Mexiko und die Dominikanische Republik beliebte Fernreiseziele, was wohl auch mit den wenigen Hürden der Einreise zusammenhängen würde. Zusätzlich sei auch die Nachfrage nach innerdeutschen Reisen gestiegen und die Nachbarländer Belgien und Holland wären seit Beginn der Pandemie gefragt. Die Unterkünfte seien überwiegend Hotels, aber Ferienhäuser und -wohnungen würden auf der Beliebtheitsskala immer weiter steigen. Planen? Derzeit schwierig. . . Aufgrund der vielen kurzfristigen Buchungen sei es schwer, konkretere Aussagen zu treffen. Die beiden Männer sind trotz allem vorsichtig optimistisch für die kommende Reisesaison. Insbesondere flexible Umbuchungsoptionen der Reiseanbieter und gelockerte Stornierungsgebühren sollen es möglich machen, dass der unveränderten Reiselust der Menschen nichts im Wege steht.