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Mario Zender

Ist 19-Jähriger ein Feuerteufel?

In diesem Mehrfamilienhaus in Bruttig-Fankel (links) brannte es einen Tag vor Weihnachten. Alle sechs Mietwohnungen waren für Wochen unbewohnbar. Der Schaden wird auf einen sechsstelligen Betrag beziffert. Jetzt hat die Kripo einen ehemaligen Bewohner im Visier. Gegen den 19-Jährigen wird ermittelt.

In diesem Mehrfamilienhaus in Bruttig-Fankel (links) brannte es einen Tag vor Weihnachten. Alle sechs Mietwohnungen waren für Wochen unbewohnbar. Der Schaden wird auf einen sechsstelligen Betrag beziffert. Jetzt hat die Kripo einen ehemaligen Bewohner im Visier. Gegen den 19-Jährigen wird ermittelt.

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Bruttig-Fankel. Zweimal hat es im vergangenen Jahr in Bruttig-Fankel auf einem Grundstück gebrannt. Einmal ging in der Nacht ein Auto in Flammen auf, beim anderen Mal brannte es in dem angrenzenden Mehrfamilienhaus. Jetzt steht ein ehemaliger Mieter des Hauses im Verdacht, das Feuer im Haus gelegt zu haben. Ihm gehörte auch das Fahrzeug, das wenige Wochen vor dem Gebäudebrand in Flammen stand.

Von Mario Zender

Als einen Tag vor Heilig Abend die Feuerwehr in Bruttig-Fankel zu einem Gebäudebrand ausrückte, waren alle Wehrmänner froh, dass sich sämtliche Mieter in dem Sechs-Parteienhaus unverletzt ins Freie retten konnten. Dem behutsamen Vorgehen der Wehrmänner ist es vermutlich zu verdanken, dass auch kein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr selbst zu Schaden gekommen ist.
Denn der Brand im Dachgeschoss des frisch sanierten Hauses hatte auch auf die gesamte Elektrik übergegriffen. Neben Verteilerboxen einer Photovoltaikanlage stand auch eine größere Elektro-Sicherungsanlage in Flammen. Es ist gar nicht auszudenken, was hätte passieren können, wenn die Wehrmänner mit Wasser frontal auf die brennende Hauptverteilungsskästen Wasser gespritzt hätten. Als die Flammen gelöscht waren und die Polizei sich den Brandort näher anschaute, war für die Ermittler sofort klar, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen vorgegangen sein kann. Spezialisten für Brandermittlung wurden hinzugezogen. Auch deren Ergebnis war eindeutig: »Der Brand wurde gelegt.« Die Kripo zog auch Erkenntnisse aus einem Brand am 8. Oktober vergangenen Jahres hinzu.
Damals war ein Auto eines Mieters des Hauses nachts in Flammen aufgegangen. Staatsanwältin Kirsten Mietasch: »Nach den Ermittlungen konnte davon ausgegangen werden, dass ein technischer Defekt als Brandursache des Wagens ausschied. Aufgrund fehlender Täterhinweise ist das Verfahren zwischenzeitlich eingestellt worden.« Möglicherweise wird es nochmals aufgerollt.
Denn seit einigen Tagen gibt es einen Verdächtigen für den Brand des Wohnhaus. »Darüber hinaus kann ich bestätigen, dass die Staatsanwaltschaft Koblenz ein Ermittlungsverfahren gegen einen zum Tatzeitpunkt 19-jährigen Deutschen aus dem Raum Cochem wegen schwerer Brandstiftung führt«, so Staatsanwältin Kirsten Mietasch. Nach Informationen des WochenSpiegel wurde in dem Zusammenhang vorletzte Woche die Wohnung des Verdächtigen durchsucht. Entsprechende Informationen des WochenSpiegel bestätigt die Staatsanwaltschaft auf Anfrage unserer Zeitung: »Die Ermittlungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen, sodass hierzu keine näheren Angaben gemacht werden können«, so Staatsanwältin Kirsten Mietasch.
Auffällig ist auch, dass in Häusern, in denen der Verdächtige (er hat mittlerweile eine neue Wohnung) wohnte, es bereits mehrfach gebrannt hat. Recherchen des WochenSpiegel ergeben, dass es etwa im September 2022 zu einem Brand in dem damaligen Wohnhaus des Mannes gekommen war. Damals hat er sich noch via Facebook bei der Feuerwehr und Polizei bedankt. Zitat aus einem Facebook-Post: »Ich bin schockiert was heute Nacht passiert ist. Ich bin einfach froh das mir und meinen kleinen nichts passiert ist. Danke auch an die Polizei, Sanitäter und speziell der Feuerwehr.« Der Staatsanwaltschaft sind diese Informationen offenbar noch nicht bekannt. »Hinweise darauf, dass es an früheren Wohnanschriften des Beschuldigten zu Bränden kam, liegen der Staatsanwaltschaft derzeit jedenfalls nicht vor«, so Staatsanwältin Mietasch. Bericht folgt!

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