Arm dran, appe Beine

Manni kallt platt. „Besser arm dran als Bein ab“, weiß ein bitterböser Spruch. Op Platt gibt es sogar „appe Beine“, wenn jemand tatsächlich seine unteren Gliedmaßen beispielsweise bei einem Unfall verloren haben sollte. Unsere Kinder sagten übrigens immer „Umfall“ zu Malheuren auf dem Hof oder im Straßenverkehr, was die Sachlage bei manchem „Molester“ auch ziemlich genau trifft…

Op Platt haben sämtliche Körperpartien, auch die, über die „man nicht spricht“, ihre eigenen Bezeichnungen. Eine ganz bemerkenswerte Region des menschlichen Leibes, eine zum Draufsitzen wie zum Draufhauen und ganz gewiss eine mit erotischer Anziehungskraft ist der „Hengesch“ (Hintern), auch Aasch, Vott, Pöppes, Hönger, Hönner oder Hönnischte.

Ohne den Götz von Berlichuingen bemühen zu müssen, hat der Landstrich seine eigenen Redewendungen rund um das Gesäß. Wenn jemand in mageren wirtschaftlichen Verhältnissen lebt, dann „hätt hä nix an de Vott“. Oder, wenn ein Mann seine Frau vernachlässigt, sagen die Leute: „Statt alles Jeld no de Wietschaff ze draache, sollt e sengem Trien leeve jett Ördentliches öm de Hengesch jelde!“

Übertriebene Damengarderobe findet im Volksmund allerdings auch keine Zustimmung: „Moss sich datt huuväedisch Mensch alles öm de Vott hange?“ Mit dem „Hengesch“ in Zusammenhang gebracht werden auch unschöne Charaktereigenschaften: Ein unangenehmer „Mannsmensch“, der die Finger nicht bei sich halten kann, wird beispielsweise „Föttchesföhler“ genannt.

Auf Aussehen wie Charakter kann es gemünzt sein, wenn jemand den Titel „Vottjeseech“ verliehen bekommt. Wer es beim Gebrauch seiner Hände und Finger an Anstand fehlen lässt, besitzt „Vottföngere“ oder „Vottklöppele“. Wer sich sagen lassen muss, er solle „jefälliss seng Vottklöppele beij sich hahle“, der ist mehr als nur einen Schritt zu weit gegangen…

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