Beij mich beij

Manni kallt platt. „Thema 1“ ist in der Eifel keineswegs die Liebe. Es gibt nicht einmal ein Mundartwort für „Ich liebe Dich“, das muss man hierzulande galant umschreiben mit Formeln wie „Ich hann Dich jäern“ oder „Ich hann Dich leev“. Die Redewendung „Komm ens jett beij mich beij“ gilt bereits als Gipfel der erotischen Fabulierkunst.

Gleichwohl wissen sich Liebende hierzulande genau so gut auszudrücken wie andernorts – nur nicht unbedingt verbal. Und „Alter“ schützt die sich Verliebenden auch in der Eifel „vor Torheit nicht“. Gerade in Liebesdingen verfällt der Verstand in fortgeschrittenen Lebensphasen zusehends. „Wenn Strüh unn Führ zesammekomme, dann brennt et“, analysiert der Volksmund nüchtern über die unausbleiblichen Folgen der Begegnung von Stroh mit Feuer.

Besonders leicht entflammbar sind demnach die Herzen älterer Frauen, und die von schwerer Verliebtheit betroffenen Damen sind dann auch noch resistent gegen jede gutgemeinte Beratung. Beide Phänomene leuchten in dem Sprichwort auf: „Wenn ahl Schüere Führ fange, dann öss schlääch lösche!“

Die Leute sagen dann „Die ahl Möhn öss esu jeck, wie se deck öss“ oder je nach Körperbau: „Datt Fraumensch öss esu veröck, wie et lang öss“. Oder auch: „Datt Mensch öss esu doll wie e Kaarerad“, so durchgedreht wie ein Karrenrad.

Wenn zwei sich lieben, haben sie „ne Knommel“ oder „e Knömmelche“, „ne Fisterenöll“ oder „e Vehältnis“. Dann „joohn se zesamme“, „stippen de Köpp beieneen“, berühren sich zärtlich mit den Füßen unter dem Tisch („knöcheln“), „jeffe sich ne Butz“ oder „hahle Hänkche“. Über das, was seit Jahrmillionen anschließend passieren mag, deckt die Eifeler Mundart umsichtig das Betttuch. Natürlich gib es auch deftigere Begriffe dafür (z.B. „büeschte“), aber mit „beij mich beij komme“ ist die Sache nicht schlecht umschrieben . . .

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