Dress unn Dröömes

Manni kallt platt. Ein kleiner Mensch öss ene „Stoppe“, ein noch kleinerer ne „Futzstoppe“. „Futz“ wird meist nicht in originärer Bedeutung verwendet, sondern im übertragenen Sinn für „klein“. Ein Mofa ist ein „Futz-Mopedche“, die kleine Kopie der „Madonna der Armen“ von Banneux zum Mit-Nach-Hause-Nehmen e „Futz Muttejöddesje“.

Ähnlich die Vorsilbe „Dress“, auch sie wird umschreibend verwendet. Corona beispielsweise öss en „Dresskränk“, die Pandemie zur Gänze „dress“. Verschwörungs-Theoretiker haben abwegige fixe Ideen, also „Dress“, im günstigsten Fall auch ne „Futz em Kopp“. Die Konsistenz dessen, was sich zwischen den Ohren von Vorsichts-Verweigerern befindet, lässt ebenfalls keine guten Vermutungen zu. „Ne Dress“ ist „so gut wie nichts…“

Wenn etwas Hand und Fuß hat, hat es auf Platt „Kopp unn Aasch“ (Kopfe und Hintern). Alles hat zwei Enden oder Seiten wie Yin und Yang und wird erst dadurch zum Ganzen, wenn es auch ein Gegenteil besitzt. Also weniger „dropp unn dewedde“ (drauf und dagegen), als vielmehr „esu unn esu“.

Ausgeglichene Menschen sind die angenehmsten. Ne „Dröömes“ (Träumer) ist mir lieber als ne „Aaschkrampe“ (Fiesling), ne „Fuhlhoof“ (Faulenzer) umgänglicher als ene „Puckel“ (Schuft) oder „Muzepuckel“ (Miesmacher). „Drießhüsje“ sind zwar ängstlich, aber freundlich, „Kiepääsch“ (Geizkragen) schlechte Gastgeber und Zechkumpane.

En „Batsch“ (Quasselstrippe) ist nervig, aber harmloser als en „Bätschmul“ (Petzer) und en „Breijmuul“ (Angeber). Ein „Blötschkopp“ ist zwar nicht der Schlauste, aber freundlicher als ne „Knüles“ oder „Knutzkopp“ (Dickschädel). Wenn einer krause („Kruuschkopp“), rote („Fuss“ = Fuchs) oder gar keine Haare hat („Pläätekopp“), dann unverschuldet. Wohingegen man an unangenehmen Charaktereigenschaften arbeiten („jet doon“) kann, wie etwa „Küsköpp“ (Dickschädel) oder „Söusköpp“ (Verbalerotiker).

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