Kabänes no Kölle

Manni kallt platt. „Nee, watt enne Kabänes van ennem Käerl?!“ Dieser Ausruf des Erstaunens gilt einem hochgewachsenen und kräftigen Mann. Einem „mött Muskele wie Röggele unn enem Kreuz wie en Buure-Bettstatt“. So beschrieb Fritz Koenn den Schmied „Jehännes“ in seinem unnachahmlichen Prosastück „Wie die Noobesch Tanz bahl no Kölle jefahre wär“ (Als Nachbars Tante fast nach Köln gereist wäre…).

„Schmött Jehännes“, der „Mannskärel“ mit Muskeln wie Graubrote und einem Kreuz wie ein Bauernbett, ist in dem Stück bereits mehrfach mit dem High-Tech-Dampfross „Flitsch“ von „Hellendall“ nach Kall gereist und von dort weiter mit der Dampfeisenbahn weiter an den Rhein.

„Letz Tour senn ich sujar mömm Zoch dohenn jefahre, für me de Fastelovendszoch ahnzekicke…“ Er kennt sich also aus, „Schäng weeß, wie datt jeht…“

„Minche“ will sich bei ihm Rat holen, was bei Eisenbahnreisen alles zu beachten ist, damit sie nichts falsch macht. Die „Noobesch Tant“ muss nämlich nach Köln, weil ihre Tochter „dropp unn drahn öss, jet Kleens ze kreije“, also bald mit einem Baby niederkommt. Da soll die „Mamm flöck konn unn dä Laade schmieße do en Colonia“.

Doch beim „Rat geben“ schlägt der weltläufige Schmied heftig über die Stränge und lügt „Minche“ die Tasche voll, was ihm angeblich bei seinem letzten Köln-Trip alles wiederfahren ist: Im Wolkenbruch auf dem Fußweg zum Bahnhof Blumenthal pitschnass geworden, vom Kondukteur „fies“ angemacht worden, „Flitsch“ fast verpasst, Fahrkarte und Portemonnaie „verzobbelt“, schwer „plamiert“.

Minchen ist schweißgebadet – und von Malheur zu Malheur besorgter, ob sie das Abenteuer, „mömm Zoch no Kölle ze fahre“ überhaupt überleben wird. Da kommt „Deiodor“, der „Noobesch Ohm“, mit einem erlösenden Telegramm in die Schmiedestube gestürzt: „Gesunder Stammhalter angekommen. Mama kann dableiben. Trina, Köbes unn Hermännche.“ Jottseidank…

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