Klätscher, Pützer, Märmarener

Manni kallt platt. Wer umgangssprachlich eine „Klatsche“ hat, verfügt über erhebliche intellektuelle und mentale Defizite. Auf Platt sind „Klätsch“ und „Klatsch“ von größerer Bedeutung, wenngleich, wer zu häufig „ne Klatsch an e Back“ (Ohrfeige) bekommt, durchaus bleibende Verstandsschäden davontragen kann.

„Klatsch“ ist aber vor allem und weit harmloser eine jener nicht mathematisch fassbaren Mengenangaben wie „Heivel“ oder „Ärwel“ (Hand voll, Arm voll). Eine Portion Butter heißt „ne Klatsch Botter“. Beim Quark („Klatsch-Kies“) ging die Portionsbezeichnung sogar in den Eigennamen über.

Ein Junge beschwert sich laut Fritz Koenn bei seiner Mutter, die ihm viel zu viel „Äerzezupp“ „jeschepp“ hat: „Do häss De me äve ne Klätsch op de Teller jedohn, Mamm, der weren ich ze Lebsdaahs net zwönge.“ Wenn „ne Klatsch an e Back“ statt auf der dafür vorgesehenen Wange auf einem Auge landet, trägt der Empfänger möglicherweise ein „Klätsch-Ooch“ (triefendes Auge) davon.

Das Tätigkeitswort „klätsche“ hat mit dem brutalen „klatschen“ aus der zeitgenössischen Jugendsprache für „jemanden verprügeln“ ebenso wenig zu tun wie mit Applaus und Standing Ovations. „Klätsche“ oder „weddewerpe“ wird die Tätigkeit des Verputzens am Bau genannt. Der „Pützer“, der „de Spies an de Wank klätsch“, wurde auch als „Pliesterer“ bezeichnet.

Nordeifeler Hochburg der „Pützer“, „Pliesterer“, Stukkateure und „Klätscher“ war früher Marmagen (Gemeinde Nettersheim). Deshalb setzte sich lange Zeit als regionale Berufsbezeichnung der Verputzer und Stukkateure auch „Märmarener“ durch.

Fritz Koenn schreibt: „Nu öss de Rühbou fähdisch, nu wäeren ich vüer de nähs Weich de Märmarener bestelle“. Ob die so schnell kommen, bleibt allerdings abzuwarten. Denn „Klätscher“ sind gefragte Leute.

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