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Manni kallt Platt: Eifeler Don Camillo

Manni kallt platt. Giovannino Guareschis „Don Camillo“ fand in dem Mechernicher Pastor Johannes Harff seine Eifeler Entsprechung. Der aus einer vornehmen Kölner Familie stammende rustikale Theologe wurde hierzulande ob seiner als grob und ungehobelt missverstandenen Art als „Bauer“ verunglimpft.

Dabei war der später von Mechernich nach Floisdorf strafversetzte Geistliche nur ungeheuer direkt und schnörkellos – und ganz gewiss kein Feigling. Auch das macht ihn posthum sehr sympathisch und dem von dem pferdegesichtigen Fernandel im Film verkörperten „Don Camillo“ so ähnlich.

So neckten ihn die Mechernicher Kinder während der „tausend Jahre“ 1933 bis 1945 gerne, in dem sie Harff bei Begegnungen im Dorf mit „Heil Hitler“ grüßten. Und der Herr Pastor pflegte dann zu antworten, als ob ihn jemand mit „Gelobt sei Jesus Christus“ angesprochen hätte: „In Ewigkeit Amen.“

Harff war ein ausdauernder Prediger, was vielen seiner Mechernicher Schäflein auf den Wecker ging, denn bekanntlich „dusche Pastüersch över alles prädije, nur net övve zehn Minutte“. Pastor „Jewannes“ Harff (so sprach er seinen Vornamen „Johannes“ aus) aber predigte und predigte und predigte, so dass mancher Katholik wütend aufstand und das Gotteshaus verließ.

Worauf der Pfarrer den Kirchenschweizer eines Sonntages anwies, die Kirchentüren nach Messbeginn zu schließen, damit keiner mehr entkommen konnte. Harff sagte dann: „Isch prädije, watt isch will unn su lang isch will. Ihr könnt mir net an de Wimpere klimpere.“

Einem Christgläubigen, der zum wiederholten Mal während Harffs Predigt demonstrativ auf die Uhr geschaut hatte, beschied der Prediger von der Kanzler herunter unter voller Nennung des Namens: „Herr Soundso, wenn Se noch einmal op de Uhr kicke, dann preddije isch onge Jarantie noch zehn en Vierdelstond länger!“

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