Manni kallt Platt: Erbele, Ömbere, Worbele

Manni kallt platt. Ejal, ob „Schelee“ in halb fester, „Marmelaad“ in breiiger oder „Opjesatzte“ in flüssiger Form: Unsere Altvorderen wussten Obst von Beerensträuchern gut zu nutzen und für die unwirtliche Jahreszeit zu konservieren.

„Ömbere“ (auch „Ombere“) sind Himbeeren, „Bräämele“ Brombeeren, „Erbele“ Erdbeeren und „Worbele“ Waldbeeren. „Knüeschele“ sind Stachelbeeren und Johannisbeeren „Jehannskiersche“ oder „Jannsdruuve“. Von den roten kocht man am besten Gelee, das mit „Klatschkie-ess“ (Quark) auf dem selbstgebackenen „Weck“ (Weißbrot) meiner Mutter besser als Kuchen und Zuckerplätzchen schmeckte…

Schwarze Johannisbeeren werden hingegen mit klarem Schnaps und Zucker weiterverarbeitet, „aufgesetzt“ und zu Likör „Opjesatzte“. „Promme“ (Pflaumen) werden mit und ohne Stein eingemacht, ebenso „Kiersche“, „Rengelotte“ (Reineclauden) und Mirabellen. Frauen, die heutzutage überhaupt noch Vorratswirtschaft betreiben, backen zur Haupterntezeit reichlich „Taat“ (von frz. Tarte) und frieren sie für den Winter ein.

Holunder, aus dem Saft, Sirup und ein köstlicher Beerenwein gewonnen werden, heißt in der Nordeifel „Bösholts“ oder „Höaling“, die Blüten- und Frucht-Dolde wird „Höalingshöötche“ genannt. Enjemaate „Äppel“, „Berre“, „Promme“ und „Kiersche“ (Weck-Obst) kamen bei uns auf dem Hof als Dessert jeden Mittag in Zwei-Liter-Einmachgläsern auf den Tisch.

Einige Obstsorten haben in der Eifel ob ihres Aussehens („Dottspromm“, Antweiler Senke) oder ihrer abführenden Wirkung „Schöötepromm“ (frühe Sorte, Euskirchen) eigenwillige Namen bekommen. „Prömme“ wurde übrigens das Kautabakkauen genannt, beim „Prömmche maache“ drücken Kinder sich oder anderen Wangen und Lippen zusammen und fordern sie zum Sprechen auf, was ziemlich komisch klingt – und auch heutzutage noch funktioniert…

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