Manni kallt Platt: »Krohe«, »Pöhl« unn »Bloothöngche«

Manni kallt platt. Es gibt ein reichhaltiges Vokabular, das die Eifeler Mundart für tätliche Auseinandersetzungen bereithält. Hierzulande wurde ausgiebig jebängelt, jebimsch, jedreische, jeschwaad und jebüsch. „Jebuesch“ hingegen ist eine andere Baustelle, eine ganz andere…

Eifeler und Bördenbewohner haben früher mit Vorliebe an Kirmes die eine oder andere Schlägerei angezettelt, um sich beim Mannze, Nähle, Nöffe, Knöppe, Kloppe, Paave, Recke, Riere, Rieße, Secke, Schloon, Schmiere, Schmeiße, Stuppe, Tachele, Tönnesse, Träcke, Trööne, Tuppe, Väje, Vebimsche, Vebläue, Vekasematuckele, Vemöbele, Veluckasse, Vemolästiere, Vepisele, Vepisematuckele, Vetubacke, Vewammesse, Walke und Zoppe zu amüsieren.

Und das war früher auch kein Skandal, sondern normal. Eine Bauernregel wusste das zu deuten: »Je mie se sich op Steefelder Maaht kloppe, desto hüede wähs de Hafe(r)«. Besondere gegenseitige Animositäten hegten die Wahlener »Kroohe« (Krähen) und die »Märmarene Pöhl« (Marmagener Zaunpfähle). Letztere riefen ersteren nach: »Kroh, Kroh, Kroh, dr Düvel kütt de noh, unn wenn de noch jett wegger böss, dann öss de Düvel doh«.

Umgekehrt kann sich eine Krähe sehr gut auf einen Pohl setzen, um ihr Geschäft zu verrichten. Eine Vorstellung, die die Marmagener zur Weißglut bringt. Jedenfalls war früher zwischen beiden Dörfern oft »Klopperei« angesagt. Auch die Nettersheimer gingen nicht als Pazifisten in die Eifeler Geschichte ein. Wegen der Schlagfertigkeit ihrer Jungmänner verlieh ihnen der Volksmund den Titel »Neddescheme Bloothöngche«.

In die Kategorie Aufschneiderei fallen Formeln zur Androhung von Gewalt, wie sie an Vorstellungskraft kaum zu überbieten sind: »Ich hauen de de Kopp en de Hals, dann kanns de dörch de Reppe kicke wie en Aap dörch de Tralleje.« Oder: »Ich schlaachen de de Kopp op de Röcke, dann kanns de uss em Rucksack fresse.«

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