Piel op

Manni kallt platt. „Piel“ heißt „steil“. „Dä Keldenijer Beresch eraff öss et su piel“, sagten Fahrradfahrer einst, die die Direttissima (italienisch für „kürzeste Verbindung“) von der Pfarrkirche St. Dionysius zur Kaller Hüttenstraße nahmen: „Su piel, datt ennem de Rücktritt jlöönisch witt…“

Wer in Hellenthal zum „Uhrmeischer“ wollte, wusste, dass er dann vom Innenhof „datt piele Treppche eropp nemme moot“. Im Frühling steigen die „Livelingcher“ (Lerchen) „piel en den Luet“. Wer sich schnell und gründlich aufregt, der „jeet piel“ wie ehedem in der Werbung das „HB-Männchen“.

Die Kreuzhacke heißt hierzulande „Pickhau“ oder „Pielhau“, vermutlich, weil man damit „piel“ aufs Erdreich einschlägt, um den Boden zu lockern, der dann „mött de Schöpp“ („Schuffelsschöpp“) aus dem Graben herausbefördert wird. Das erledigen heute kleine und kleinste Bäggerchen, wenn „ne Jraave“ ausgehoben werden muss, um Strom-, Wasser-, Gas- oder Kanalleitungen zu verlegen.

Früher gab es ganze Arbeiterkolonnen, die sprichwörtlich „mött Schöpp unn Hau jenge“, also körperlich außerordentlich anstrengende Tiefbauarbeiten bewerkstelligten, für die man weder Lehre noch Prüfung brauchte. Wer „mött Schöpp unn Hau jeng“, genoss zwar menschliche Hochachtung, aber der anstrengende Beruf war allgemein nicht gleichzeitig hoch „gerankt“.

„Hau“ ist aber nicht nur ein Werkzeug, sondern auch ein Ausruf des Erstaunens. Je größer die Überraschung, desto zahlreicher die Wiederholungen.

„Die Politike em Kreesdaach hann se op Diät jesatz!“ „Hau!“ „Die kreije jetz für jeed Sitzung en Schöngk-Botteramm, äve kee Jeld mie!“ „Hau! Hau!“ „Die wäre jetzt nemmie no Jewisch bezahlt, sondern no Venonnef …“ „Hau! Hau! Hau!“ Wobei die dreifache Wiederholung des indianisch klingenden „How! kein Erstaunen mehr ausdrückt, sondern starken Zweifel am Wahrheitsgehalt.

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