Watt für ne Kabänes?

Manni kallt platt. „Watt für ne Kabänes?“: Halb bewundernd, halb abgestoßen betrachtet der Rheinländer besonders üppige Körperformen oder Exemplare einer Spezies. „Ne Kabänes van enem Kärel“, ist heutzutage an die zwei Meter groß mit breiten Schultern „unn nem Kreuz, wie en Buure Bettstatt“, also einer Rückenpartie von der Breite eines Bauerndoppelbettes…

Ein anderer Ausdruck für Überdimensionales ist auch „Kavensmann“. Ne „Kavensmann van enem Rievkoocheäerpel“ ist allerdings fast doppelt gemoppelt, weil als Reibekuchenkartoffel ohnehin besonders voluminöse Exemplare aussortiert werden.

Als Gegenteil wurden früher beim „Onge-Raave“ die kleinen „Kneggelsäerpelche“ als „Soisäerpel“ (Schweinekartoffeln) für den Trog aussortiert. Bis Anfang der siebziger Jahre ein Brennstoffvertreter bei uns auf den Hof kam, säckeweise „Soisäerpel“ betrachtete, andächtig auf die Knie sank und meinem Vater glatt den doppelten Normalkartoffelpreis für diese wertvollen „Salatkartöffelchen“ oder „Prinzesskartöffelchen“ bot.

Die weibliche Form von „Kabänes“, „Vrängel“ und/oder „Kavensmann“ ist „Deck Trien“, „Kavomsch“ oder auch „Maschien“. Beim frankophonen „Madam“ erwartet in der Eifel auch niemand eine besonders schlank geratene Person. Einer der schönsten Ausdrücke für wohlproportionierte Frauenkörper bleibt ohne Zweifel „Aaschbackebärbche“.

Eine besonders zierliche Gestalt haben „Pöppche“. Ungelenk groß gewachsene Frauenspersonen gelten als „Jäert“, „Bonnestang“ oder – modern und doch schon wieder überholt - „Fernsehantenn“. Der kann me wie nem Jarderobe-Stände de Hoot no-werpe – unn häer bliev am rächte Scholderblatt hange“.

Beim „Taatebäär“ wippt der ganze Leib, vornehmlich oben vorne und hinten mittig. Der Ausdruck kommt von Tortenbahre, mit der die Fladen von Haus zu Haus eingesammelt und zum Dorfbackhaus transportiert wurden.

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