Stefan Pauly

Am Nürburgring wird auf Angriff gesetzt

Voll auf Angriff sind Audi, Porsche und Toyota gepolt, wenn vom 28. bis 30. August der vierte Lauf zur FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) auf dem Nürburgring ausgetragen wird.
Bilder

Le-Mans-Seriensieger Audi will nach der Niederlage beim 24-Stunden-Klassiker in Frankreich zumindest die Führung von Marcel Fässler, André Lotterer und Benoit Tréleuyer in der Fahrer-WM verteidigen. Für das Trio im Audi R18 e-tron quattro (Audi Sport Team Joest) wäre ein Sieg Gold wert. Gleich zwei Porsche-Besatzungen liegen in Schlagdistanz zur Tabellenspitze. Die Schwaben haben nach dem glorreichen Triumph in Le Mans Lust auf mehr, wollen auch die Titel in der Fahrer- und Marken-WM gewinnen. Gegenwehr hat Toyota angekündigt, die als amtierende Weltmeister zum Heimspiel antreten, schließlich ist das japanische Werksteam keine 100 Kilometer entfernt in Köln beheimatet. Bei spätsommerlichem Wetter mit reichlich Sonne und Temperaturen bis 27 Grad, das für das WEC-Wochenende vorausgesagt ist, garantieren nicht nur die Hightech-Boliden faszinierenden Motorsport. Insgesamt 31 Le-Mans-Prototypen und GT-Sportwagen sorgen ebenso für Kurzweil wie die riesige Anzahl an Überholvorgängen aufgrund der Leistungsunterschiede zwischen den vier Fahrzeugklassen. Weitere 70 Fahrzeuge gehen in den Rahmenrennen zum Porsche Super Sports Cup und der "Nürburgring Legends" (Rennwagen-Klassiker der Sechziger und Siebziger) auf den Grand-Prix-Kurs am Fuße der Nürburg an den Start. Zu den Gästen am Nürburgring gehört auch Le-Mans-Sieger und Formel-1-Pilot Nico Hülkenberg. Wenn am Sonntag um 13 Uhr die Startampel für die "6 Hours of Nürburgring" ausgeht, dürfte der Fokus der meisten Besucher auf den Duellen in der potentesten Klasse im Feld liegen, den LMP1-Prototypen. Nach dem 24h-Rennen von Le Mans ist diese so spannend wie nie zuvor in dieser Saison. Beim französischen Klassiker mussten sich Fässler/Lotterer/Tréleuyer erstmals der Konkurrenz beugen, nachdem sie sich in den beiden ersten WEC-Rennen in Silverstone und Spa-Francorchamps die Siege gesichert hatten. In Le Mans reichte es jedoch nur zum dritten Rang. Statt des erwarteten Ingolstädter Triumphes, war Porsche der jubelnde Sieger. Nick Tandy/Earl Bamber/Nico Hülkenberg siegten im 919 Hybrid vor den Porsche-Kollegen Timo Bernhard/Mark Webber/Brendon Hartley, während der dritte Porsche von Romains Dumas, Neel Jani und Marc Lieb Platz fünf belegte. Da das Sieger-Trio am Nürburgring nicht in der Klasse LMP1 an den Start gehen wird, wollen die beiden verbleibenden Porsche-Teams Audi erneut in die Schranken verweisen. Das Rennen ist auch ein Heimspiel für das Porsche-Werksteam Manthey: In der Klasse LMGTE Pro wird Porsche mit dem 911 RSR auf dem anspruchsvollen Eifel-Kurs an den Start gehen. Für das Team Manthey ist der WEC-Lauf auf dem Nürburgring ein echtes Heimrennen, denn die Mannschaft von Teamchef Olaf Manthey ist nur einen Steinwurf vom Nürburgring entfernt in Meuspath zu Hause. Richard Lietz und Michael Christensen werden als Dritte des Klassements versuchen, den Abstand nach vorne zu verkürzen. Es sind die beiden Ferrari F458 Italia vom Team AF Corse, die derzeit das Maß der Dinge sind. Gianmarie Bruni/Toni Vilander und Davide Rigon/James Calado liefern sich ein enges Duell ? nur zwei Zähler liegen zwischen der herstellerinternen Konkurrenz. Olaf Manthey hofft, den Heimvorteil im Rennen nutzen zu können: "Nach den 24 Stunden von Le Mans ist der Nürburgring das wichtigste Rennen des Jahres für uns. Diese Strecke ist mein Wohnzimmer. Die WEC-Läufe haben mit klassischen Langstrecken-Rennen wenig zu tun. Vielmehr sind es sechsstündige Sprintrennen, in denen jeder Umlauf eine Qualifying-Runde ist. Jede Sekunde entscheidet. Man kann sich weder auf der Strecke noch in der Boxengasse erlauben zu trödeln. Jeder Pilot muss das Auto beim Boxenstopp in perfektem Zustand an den Teamkollegen übergeben. Auch deshalb ist es Teamsport, denn auch in der Box kann man die entscheidenden Sekunden gewinnen oder verlieren", sagt Manthey, dem die Vorfreude deutlich anzusehen ist. Das sechsstündige Rennen wird am Sonntag (30. August) um 13 Uhr gestartet. Karten für Sonntag gibt es an der Tageskasse für 40 Euro (Erwachsene), für das gesamte Wochenende für 45 Euro. Weitere Informationen liefert die Website www.nuerburgring.de Fotos: Audi, Porsche


Meistgelesen