Keramikbrand nach antikem Vorbild

Am Mittwoch, 10. Oktober, brennen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Labors für Experimentelle Archäologie (LEA) Keramik in einem rekonstruierten Ofen der Mayener Großtöpfereien aus der Zeit um 500 nach Christus.
Bilder
Forschungsexperiment 2016: Nachwuchswissenschaftler aus dem Ausland beobachten den Brennverlauf.

Forschungsexperiment 2016: Nachwuchswissenschaftler aus dem Ausland beobachten den Brennverlauf.

Nach umfangreich erfolgten Tests zur Leistungsfähigkeit und Energieeffizienz der Ofenkonstruktion steht nun die Eignung für den Brand großer Speichergefäße für Handels- und Gewerbezwecke im Fokus. Interessierte können den Brand zwischen 9 und 22 Uhr zu besuchen. Zudem können Gefäße aus vorangegangenen Versuchsbränden gekauft werden. Die Mayener Töpfereien hatten in der antiken und mittelalterlichen Industrielandschaft zwischen Andernach und Mayen eine besondere wirtschaftliche Bedeutung. Doch trotz vieler Rekonstruktions- und Keramikbrennversuche existieren bis heute von keinem größeren antiken oder mittelalterlichen Töpfereistandort in Mitteleuropa solide Leistungsdaten zu verschiedenen Ofentypen. Das nahm das Römisch-Germanische Zentralmuseum (RGZM) 2014 zum Anlass und fertigte in Kooperation mit der Fachschule Keramik in Höhr-Grenzhausen die Rekonstruktion des Brennofens aus der Zeit um 500 n. Chr.. Zwischen 2014 und 2016 unterzogen Archäologen und Töpfereiexperten den Schachtofen bereits umfangreicher Tests, um die Stärken und Schwächen dieser antiken Produktionsanlage für die Herstellung der Mayener Exportwaren zu ermitteln. "Nun wollen wir die Eignung dieser Ofenkonstruktion für den Brand von Großgefäßen für Handels- und Gewerbezwecke testen. Wie uns aus Forschungen bekannt ist, bestand eine große wirtschaftliche Nachfrage. Die Mayener Töpfer hatten sich jedoch auf kleinformatigere, hitzebeständige Küchenkeramik konzentriert", wie Laborleiter Dr. Michael Herdick erläutert. Foto: RGZMwww.vulkanpark.comwww.rgzm.de