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Kreuzwege für den Kommissar

Der Sommer des Jahres 1976 ist einer der heißesten der vergangenen 50 Jahre. Die Hitze lähmt, aber ein Mord lässt es den Menschen in der Eifel eiskalt den Rücken herunter laufen. Das Opfer wird am Rande einer Kirmes geschunden wie Jesus aufgefunden. Ein Fall für Kommissar Fritz Weller.
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Markus Theisen an einem Wegekreuz, das in seinem neuen Kriminalroman eine besondere Rolle spielt.

Markus Theisen an einem Wegekreuz, das in seinem neuen Kriminalroman eine besondere Rolle spielt.

Markus Theisens dritter Kriminalroman, "Kreuzwege", entführt die Leser in die 70er-Jahre des vorigen Jahrhunderts. Wie in den bisherigen Krimis, "Novemberrot" und "Tödliche Verheißung", ermittelt wieder Kommissar Fritz Weller. Theisen bleibt aber nicht nur dem Ermittler treu, sondern auch der Vorgabe jeweils ein anderes Jahrzehnt in den Fokus zu rücken. War es beim Erstling der Blick in die 60er Jahre und im zweiten Krimi die ausgehenden 80er, so versucht er in seinem aktuellen Roman den Zeitgeist der 70er abzubilden. Dabei stellt er das Thema Ausgrenzung in den Mittelpunkt. Als Joachim Bleck in einem Jobangebot die Chance seines Lebens sieht, zieht er mit seiner Familie aus der Großstadt ins Eifeldörfchen Beerenroth. Doch wie sie schmerzlich erfahren müssen, stehen die erzkonservativen, katholischen Einheimischen den Zugezogenen sehr argwöhnisch gegenüber. "Die Themen um Hass, Ablehnung und Intoleranz sind heute sicher auf eine andere Weise aktuell", sagt Theisen mit Blick auf die Flüchtlinge. Die Handlung hat der Autor zwar wieder in fiktiven Eifelorten angesiedelt, aber die Nähe zu realen Orten ist greifbar. Blecks Leiche wird ausgerechnet in Feldkirch, dem kleinen Wallfahrtsort in der Gemarkung Beerenroth aufgefunden und das zur Kirmeszeit Anfang August. Wer denkt da nicht an die Fraukirch? Die Regionalität reizt Theisen, aber er setzt auch auf die künstlerische Freiheit sich nicht dogmatisch an Orte und Gegebenheiten halten zu müssen. Fritz Weller ist dabei auch nicht sein Alter Ego, sondern die Person des Ermittlers ist für ihn ein Zeichen gegen die Eindimensionalität. "Er steht für das Nachdenkliche, aber auch für den Spaß", beschreibt Theisen seinen Hauptdarsteller, den er auch in einem vierten Kriminalroman begleiten will. Mittlerweile ist der Mendiger auch zu Lesungen in der Region unterwegs. "Das Schreiben macht Spaß, aber auch die Lesungen sind toll, denn es ist schon etwas Besonderes direkt die Reaktionen des Publikums zu spüren", so Markus Theisen. Der Roman "Kreuzwege" ist im Verlag "SWB Media Publishing" erschienen und seit Anfang Dezember im Buchhandel verfügbar. Foto: Paulywww.das-syndikat.com


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