jk

Milder Winter prägt Arbeitsmarkt

Anstieg der Arbeitslosigkeit durch Saisonende im Tourismus - Bisher kaum Einschränkungen für witterungsabhängige Betriebe.
Bilder

Auch wenn er sich in vielerlei Hinsicht bislang kaum bemerkbar machte, der Winter prägt den Arbeitsmarkt der Stadt Koblenz und im Landkreis Mayen-Koblenz – wenn auch dezenter als sonst üblich. So zählten die Statistiker der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen Ende Dezember in der Stadt 3.837 arbeitslose Menschen. Das sind 101 mehr als vier Wochen zuvor und 113 mehr als vor einem Jahr. Im Landkreis liegt die Zahl von 4.515 noch um 62 höher als im November. Erfreulich ist hier der Vergleich zum Vorjahr. Im Dezember 2014 waren im Landkreis 455 Menschen mehr gemeldet.  Die Arbeitslosenquote steigt in der Stadt um 0,1 auf 6,5 Prozent und liegt damit um 0,1 höher als im Vorjahr. Im Landkreis bleibt sie bei 3,9 Prozent und hat sich damit gegenüber dem Vorjahreswert von 4,4 Prozent deutlich verbessert.  „Eindeutig saisonbedingt“, nennt Agenturleiterin Ulrike Mohrs den aktuellen Anstieg der Arbeitslosigkeit rund um Koblenz. „Zwar können typische Saisonbetriebe wie Straßen- oder Landschaftsbauer dank der milden Temperaturen derzeit noch ohne größere Einschränkungen weiterarbeiten. Aber die Stadt, wie auch Teile des Landkreises sind auch vom Tourismus geprägt, und da endet die Saison selbst bei vergleichsweise milden Temperaturen im November oder Dezember.“ Das Plus gegenüber dem Vorjahr sei überwiegend der Flüchtlingssituation geschuldet, erklärt Mohrs. Die Stadt Koblenz ist hiervon im Vergleich zum Landkreis deutlicher betroffen. So weist die Statistik derzeit in der Stadt 948 arbeitslose Ausländer aus -  109 mehr als vor einem Jahr. Im Landkreis sind es 26 mehr als vor einem Jahr, also insgesamt 664. „Dieses Phänomen begleitet uns schon seit einigen Monaten.  Wir sind aber nach wie vor davon überzeugt, dass der Arbeitsmarkt in der Region die zusätzlichen Menschen gut gebrauchen kann. Zuvor bedarf es allerdings durchaus einiger Anstrengung und Geduld.“ Betrachtet man die beiden Rechtskreise des Sozialgesetzbuches (SGB), die sich mit Arbeitslosigkeit befassen, so zeigt sich, dass insbesondere in der Stadt Koblenz allein die Menschen vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen sind, die Leistungen der Grundsicherung nach dem SGB II beziehen, also die sogenannten Hartz IV-Empfänger. Ihre Zahl stieg in den letzten vier Wochen um 100 auf 2.841 und liegt um 121 höher als vor einem Jahr. Im SGB III, also bei jenen Menschen, die in der Regel noch nicht länger als ein Jahr arbeitslos sind, verzeichnete die Agentur hingegen seit November nur eine Zunahme um eins auf 996. Gegenüber 2014 ist dies ein Rückgang um 8.  Im Landkreis gibt es laut Statistik im SGB III einen saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit um 88 auf  1.928. Vor einem Jahr waren in diesem Rechtskreis noch 143 Frauen und Männer mehr arbeitslos gemeldet. Im SGB II ging die Arbeitslosigkeit seit November um 26 auf 2.587 zurück, vor einem Jahr waren 312 Menschen mehr arbeitslos gemeldet.  Trotz Winter und Weihnachtszeit wurden dem Arbeitsgeberservice im Dezember 629 offene Stellen aus Stadt und Landkreis gemeldet. Insgesamt liegen der Arbeitsagentur damit 3.221 Stellenangebote vor, 810 mehr als vor einem Jahr.  Insgesamt verschlechterte sich die Lage am Arbeitsmarkt 2015 in der Stadt Koblenz, was allerdings ausschließlich auf die Zuweisung von Flüchtlingen zurückgeführt werden kann. So waren durchschnittlich 3.956 Menschen arbeitslos gemeldet – 61 mehr als im Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote liegt mit 6,8 Prozent gleichauf mit dem Durchschnittswert im Jahr 2014. Im Durchschnitt waren 907 der arbeitslos gemeldeten Menschen ausländischer Herkunft – 71 mehr als 2014. Im Landkreis Mayen-Koblenz zeigt sich die Lage im Vergleich zum Vorjahr zumindest im Hinblick auf die Zunahme des Ausländeranteils etwas entspannter. Hier waren in 2015 im Durchschnitt 707 Arbeitslose ausländischer Herkunft – 43 mehr als im Jahr zuvor. Insgesamt waren im Landkreis durchschnittlich 5.209 Frauen und Männer von Arbeitslosigkeit betroffen. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent. Im Jahr zuvor waren  5.493 Arbeitslose gemeldet. Dies entsprach einer durchschnittlichen Quote von 4,8 Prozent.