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"Mondholz" für den Wein

Vor 145 Jahren sind im Eltzer Wald Stieleichen gepflanzt worden, deren Holz in rund vier Jahren Heimstatt von Rieslingweinen des Weinguts Heymann-Löwenstein aus Winningen werden soll. Das Besondere: Es handelt sich um "Mondeichen".
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Sophie zu Eltz, Karl Graf zu Eltz, Dr. Alexander Saftig, Landrat Mayen-Koblenz, Reinhard Löwenstein und Cornelia Heymann-Löwenstein sind vom "Mondholz" überzeugt.

Sophie zu Eltz, Karl Graf zu Eltz, Dr. Alexander Saftig, Landrat Mayen-Koblenz, Reinhard Löwenstein und Cornelia Heymann-Löwenstein sind vom "Mondholz" überzeugt.

Drei Eichen - bis zu 37 Meter hoch - wurden am Abend des 8. Januar 2016 im gräflichen Wald an der Burg Eltz gefällt. Auf das Datum kommt es an, denn um als "Mondholz" zu gelten muss es um den ersten Neumond des Jahres - rund um die Heiligen Drei Könige - geschlagen werden. Das "Mondholz", das in diesem Fall wie der Riesling an der Mosel auf Schiefergestein gewachsen ist, soll besonders widerstandsfähig sein. Erfahrungen, die im Dachstuhl der Burg Eltz nachvollziehbar seien, erklärt der gräfliche Förster Max Merrem. Ob dies wissenschaftlich belegbar ist? "Beweise sind nur etwas für Leute die Angst vor der Intuition haben", gibt Reinhard Löwenstein eine Antwort, die zu seinem Glaubensbekenntnis passt. Der Winzer lässt vom jetzt geschlagenen Holz drei Fässer mit einem Fassungsvermögen von 3.000 Litern bauen, die wohl mindestens 100 Jahre halten werden. Nach einer dreijährigen Holz-Trockenzeit im Freien werden die Küfer Hans und Andreas Hösch aus Hackenheim Hand anlegen. "Ein Holzfass verzeiht keinen Fehler, nur dann gibts einen guten Uhlen", ist Hans Hösch sicher. Mit Holz könne man aromatisieren, aber das sei gefährlich, so Löwenstein, der damit einen Verrat an der Idee Wein sieht. "Wein sollte nicht nach Holz schmecken und die Eiche gibt am wenigsten Geschmack ab", erklärt der Winzer. Holz sei im Vergleich zu anderen Materialien gut für eine "langsame Oxidation und den Wein lange auf der Hefe zu halten". Für Karl Graf zu Eltz ist es übrigens keine lange Überlegung gewesen, Eichen aus dem Eltzer Wald zur Verfügung zu stellen: ",Mondeichen‘ für Spitzenweine der Terassenmosel; das passt doch". Foto: Pauly


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