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"Rettis" Welt: Die Kult-Tankstelle

Hans-Joachim Retterath gehört zum Nürburgring wie der Streckenabschnitt, der seinem Hotel und seiner Tankstelle den Namen verdankt: Döttinger Höhe – Kult an der legendären Rennstrecke.
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Gastronomie, Sprit und vieles mehr: Hans-Joachim Retterath führt das Familienunternehmen auf der Döttinger Höhe seit fast 50 Jahren.

Gastronomie, Sprit und vieles mehr: Hans-Joachim Retterath führt das Familienunternehmen auf der Döttinger Höhe seit fast 50 Jahren.

Wenn Hans-Joachim Retterath – kurz "Retti" – über den Nürburgring spricht, ist seine Leidenschaft für die legendäre Rennstrecke unüberhörbar. "Retti" lebt und liebt den "Ring". "Ich wollte eigentlich immer Rennfahrer werden", erzählt er von seinem großen Hobby, das ihn bereits als Kind immer wieder über die B 258 an die Rennstrecke zog. "Im Ferienmonat August war ich eigentlich nur an der Strecke. Da hab ich dann die Zeiten der Autos gestoppt. Mein Idol war damals Stirling Moss, der 1961 das Formel 1-Rennen auf dem Nürburgring gewann", erinnert er sich. Seine eigene »Motorsport-Karriere« stoppte ein Kart-Unfall 1985, der ihn statt aufs Siegerpodest ins Krankenhaus katapultierte. Das ist aber nur eine Nuance aus dem Leben von Hans-Joachim Retterath, denn das spielte und spielt sich zwischen Hotel, Küche und Tankstelle ab. Auch heute noch ist er bereits jeden Tag um 5.30 Uhr zum Einkaufen in einem Koblenzer Großmarkt. Ab 8 Uhr steht er in der Küche. Sein Arbeitstag endet meist erst zwölf Stunden später. Ein ausgefülltes Arbeitsleben, das er mit Erlebnissen rund um den "Ring" würzte. Und das sind die Geschichten, die er im Buch "Döttinger Höhe" erzählt, die Axel Vogel und Jörg-Thomas Födisch zusammengestellt haben. Da gibt es unter anderem die ersten Begegnungen mit der Familie Schumacher und dem späteren siebenfachen Formel 1-Weltmeister Michael. "Ich habe die Schumachers bereits Anfang der 1980er Jahre auf der Kartbahn in Kerpen kennengelernt. Als Michael später in die Formel-Klassen einstieg und er auf dem Nürburgring fuhr, hat er oft bei uns vorbeigeschaut und ein Gruß in die Küche gehörte meist dazu", beschreibt »Retti« den immer freundlichen "Schumi". Damals wurden Hans-Joachim Retterath "Schumis"-Boliden als Modell-Autos förmlich aus den Händen gerissen. Aber es gab auch Tiefen: "Nach dem Unfall von Niki Lauda 1976 dachten wir alle, es wäre das Ende der Rennstrecke", so Retterath. "Es gibt aber nichts, was für nichts gut ist", fügt er an. Dabei denkt er im Moment an die Drehkreuzfunktion des "Rings" in Sachen Katastrophenhilfe im Ahrtal. "Dass die Hilfe so schnell anlaufen konnte, ist auch der Infrastruktur der Gebäude zu verdanken, die beim Projekt ,Nürburgring 2009' entstanden sind und beileibe nicht unumstritten sind." Die Flut im Ahrtal hat ihn nachdenklich gemacht. Das Buch über ihn und seine Kult-Tankstelle ist bei all dem Leid im Ahrtal in den Hintergrund gerückt. Den "Ring" trägt er aber weiter in seinem Herzen. Das Buch über die Kult-Tankstelle - Am 23. Januar 1928 wurde dem Gasthaus auf der Döttinger Höhe die Konzession erteilt. - 1929 wurde der Familienbetrieb um eine Tankstelle erweitert. - Hans-Joachim Retterath (Jahrgang 1951) baute das Hotel, ist bis heute in dritter Generation der "Chef vom Ganzen". - Das Buch: "Döttinger Höhe" - Die Kult-Tankstelle am Nürburgring – Fahrer, Fans und Anekdoten. ISBN: 978-3-00-068613-9, ist im Tankstellen-Shop erhältlich. Foto: Pauly