Menschen aus der Region

Eine Stadt, eine Kommune, ein Ort lebt von den Menschen, die dort wohnen. Und viele haben etwas zu erzählen: Ein besonderes Hobby, ein ergreifendes Schicksal oder eine scheinbare Belanglosigkeit, die auf großes Interesse stößt. Der WochenSpiegel zeigt Ihnen die „Köpfe“, die unsere Region so lebens- und liebenswert machen…

»101 ist mein neues Projekt«

Monschau. Auf 100 Jahre Leben kann Elisabeth Steinröx zurückblicken und feierte diesen besonderen Geburtstag im Monschauer Maria-Hilf-Stift. Doch müde ist die rüstige Rentnerin noch lange nicht... Monschau (AJ). Elli Steinröx wurde am 21.01.1918 in Würselen geboren und wuchs mit acht Geschwistern auf. In Würselen besuchte sie die Volksschule. »Ich wäre gerne auf ein Gymnasium gegangen, das war damals allerdings finanziell sehr schwierig«, berichtet die 100-jährige. Ihre große Leidenschaft, die Handarbeit machte Elli Steinröx schließlich zum Beruf und war als Damenschneiderin tätig. 1938 heiratete sie ihren Mann Victor Steinröx, der lange Zeit als Kriegsgefangener in Afrika und Texas war. Durch den Krieg war Elli einige Zeit alleinerziehend. »Als mein Mann 1947 zurück kam, wurde das Leben ganz anders. Er kam nach Hause und hatte plötzlich Frau und ein Kind, das bereits zur Schule ging. Das war für ihn und für mich eine große Umstellung«. Elli Steinröx blickt auf 100 Jahre zurück, in denen sie viele Dinge erlebt hat, die die meisten Menschen nur aus den Geschichtsbüchern und Anekdoten kennen. »Der schönste Moment in meinem Leben war, als ich meinen Mann Victor kennen lernte. Man fühlte sich direkt zusammen, das war die große Liebe, die ich erfahren durfte. Als ich ihn kennenlernte, hatte ich direkt Interesse«, berichtet Elli stolz. Endloser Urlaub im Maria-Hilf-Stift Seit September 2016 lebt Elli nun im Seniorenzentrum »Maria-Hilf-Stift« in Monschau und empfindet ihr derzeitiges Umfeld als endlosen Urlaub. »Als mein Mutter ins Heim kam und wir ein Zimmer für sie aussuchten, dauerte die ihre Wahl nicht lange. Das erste Zimmer, das sie sich anguckte lag mit Blickrichtung auf die kleine Kapelle im unteren Heidgen. Dieser Ausblick auf die Felswand, mit der Kapelle und dem schmalen Weg nach Monschau, hat sie an unseren Urlaub in Österreich erinnert, wo wir früher jedes Jahr hinfuhren. Der Ausblick ist beinah identisch. Hier ist es wie im Urlaub, sagte meine Mutter damals«, berichtet der Sohn der Jubilarin, Bruno Steinröx. »Das Heim ist wirklich sehr schön. Besonders die Kirche und der Ausblick gefällt mir sehr gut. Es erinnert mich täglich an all die schönen Urlaube, die ich mit meiner Familie in Österreich verbrachte«, berichtet Elli Steinröx. Vor Freude kaum zu halten Zur Feier des Tages konnte das Geburtstagskind ganz besondere Gäste willkommen heißen. Bürgermeisterin Margareta Ritter, Georg Kaulen (Ortsvorsteher Monschau), Pastor Christoph Weber, Peter Weber (Orstvorsteher Imgenbroich) und Christiane Karl (stellvertretende Städteregionsrätin) ließen es sich nicht nehmen, ihr an ihrem großen Tag persönlich zu gratulieren. Pastor Christoph Weber rührte die 100-jährige mit lieben Worten und Wünschen zu Tränen. »Frau Steinröx ist noch sehr fit«, sagte Georg Kaulen, nachdem die zu Ehrende zu einem Geburtstagsständchen begann zu tanzen und zu singen, wobei sie kaum zu bremsen war. Mit zahlreichen Gästen verbrachte das 100-jährige Geburtstagskind einige schöne Stunden. Die Freude über die vielen Gäste sah man Elli Steinröx an, so kam sie aus dem Lachen und Feiern gar nicht mehr heraus. »Die 101 wird das nächste Projekt«, blickt Elli Steinröx voller Lebensfreude in die Zukunft.Auf 100 Jahre Leben kann Elisabeth Steinröx zurückblicken und feierte diesen besonderen Geburtstag im Monschauer Maria-Hilf-Stift. Doch müde ist die rüstige Rentnerin noch lange nicht... Monschau (AJ). Elli Steinröx wurde am 21.01.1918 in Würselen…

weiterlesen

Otto Stollenwerk erhält Verkehrswacht-Ehrenvorsitz

Steckenborn. »Da war ich wohl besonders hartnäckig - aber es war ja für eine gute Sache.« Otto Stollenwerk erinnert sich an das Jahr 1993, als er 76 neue Mitglieder für die Verkehrswacht Monschau warb. Steckenborn (Fö). Ihn zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen, stand für die Mitglieder der Verkehrswacht Monschau außer Frage. Schließlich war und ist Otto Stollenwerk das Aushängeschild der Institution, für die er sich vier Jahrzehnte außerordentlich eingesetzt hat. Der engagierte Rentner aus Steckenborn stand der Verkehrswacht 27 Jahren vor und ist auch heute noch immer vor Ort, wenn es um Sicherheit im Straßenverkehr geht. »Rund 400 Stunden opferte ich jährlich für die Verkehrswacht«, rechnet der 84-Jährige vor. Die Leitung hat er im Vorjahr an Margareta Ritter übergeben, sein Herz hängt aber immer noch am Verein, der sich nicht nur für die Sicherheit im Straßenverkehr engagiert. Grenzenloses Engagement Das war auch in der Feierstunde zu spüren, die jetzt zum Dank an den neuen Ehrenvorsitzenden, Otto Stollenwerk, in der Steckenborner Gaststätte stattfand. Rund 40 Gäste waren gekommen - Freunde, Familie, langjährige Weggefährte. So aus den Kommunen, in denen die Verkehrswacht Monschau tätig ist; vom Truppenübungsplatz Elsenborn, wo Otto Stollenwerk viele Fahrsicherheits-Übungen organiserte oder aber Victor Neels, der ehemalige Kommandant der belgischen Streitkräfte auf Vogelsang. 1976 übernahm Otto Stollenwerk die Leitung von Verkehrswacht-Gründer Peter Groten. Seither führt die Verkehrswacht Aktionen wie »Brems Dich« zum Schuljahresbeginn durch, stattet die I-Dötzchen mit Sicherheitswesten aus, bietet an den Grundschulen Radfahrtraining samt Prüfung der Jugendverkehrsschule an. Nachdem die Verkehrswacht sich seit 1976 beim Tag der Offenen Tür im Camp Vogelsang beteiligte, ist bis heute ein Kontakt zwischen Otto Stollenwerk und dem damaligen Kommandanten, Viktor Neels, freundscahftlich bestehen geblieben. Von 1982 pflegte die Verkehrswacht Kontakte zum Camp Elsenborn, sie beteiligte sich an Ausstellungstagen; Erlöse kamen sozialen Einrichtungen zugute. Förderschulen und Förderkindergärten in Bütgenbach wurden unterstützt. »Jeder Verkehrstote und jeder Verletzte im Straßenverkehr ist einer zuviel«, unterstreicht Stollenwerk seine stetige Motivation, sich für die Verkehrswacht zu engagieren. Und so sind die Ehrenamtler auch etwa auf dem Monschauer Wirtschaftstag präsent, um zu zeigen, dass man in einem Fahrradparcours seine Geschicklichkeit unter Beweis stellen kann, während nebenan mittels Gurtschlitten demonstriert wird, wie gefährlich es ist, wenn Kinder oder Erwachsene im Auto nicht angeschnallt sind. Otto Stollenwerk weiß, dass es immer nur im Team geht und ging, ehrenamtlich etwas zu bewirken. Und so wurde nicht nur er für 40-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. 76 Menschen hatte er vor 25 Jahren überzeugen können, sich aktiv oder finanziell unterstützend für die gute Sache einzusetzen. »Da war ich wohl besonders hartnäckig«, schmunzelt Stollenwerk. Weitere Infos zu Aktionen, Projekten und Leistungen der Verkehrswacht Monschau 1954 e.V. gibt es im Internet unter www.verkehrswacht-monschau.de»Da war ich wohl besonders hartnäckig - aber es war ja für eine gute Sache.« Otto Stollenwerk erinnert sich an das Jahr 1993, als er 76 neue Mitglieder für die Verkehrswacht Monschau warb. Steckenborn (Fö). Ihn zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen,…

weiterlesen

Geselle, Meister und Bachelor gleichzeitig

Menschen aus der Region. Nach der Schulzeit steht für viele Abgänger die Frage: Studium oder Ausbildung? Auch Manuel Klinkhammer aus Lorbach musste sich entscheiden, wie es nach der Schule für ihn weitergeht. Nach einigem Suchen entschied er sich für den noch unbekannten Weg eines Trialen Studiums. »Unseres Wissens ist Manuel Klinkhammer der erste Absolvent eines Trialen Studiums im Bezirk der Handwerkskammer Aachen«, so Uwe Günther, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Rureifel. Ursprünglich wollte der heute 25-Jährige zur Bundespolizei, doch aufgrund einer Sehschwäche wurde er nicht zur Ausbildung angenommen. Ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ließ in ihm den Wunsche reifen, Soziale Arbeit zu studieren. Doch davor stand die Hürde des Numerus Clausus. In einer Fachzeitschrift las er schließlich vom Trialen Studium im Handwerk – eine Ausbildungsmöglichkeit, die nicht nur ihm bis dahin unbekannt war. Auch Vater Guido Klinkhammer, der in Lorbach seit 24 Jahren seinen eigenen Malerbetrieb führt, und Mutter Irene Klinkhammer, die neben ihrer Arbeit im Botanischen Institut der Uni Köln den Familienbetrieb unterstützt, hatten von dieser Ausbildung noch nie etwas gehört. Viereinhalb Jahre Im Rahmen des Trialen Studiums absolvieren die Kandidaten zunächst eine Ausbildung zum Gesellen, anschließend die Weiterbildung zum Handwerksmeister und zusätzlich das betriebswirtschaftliche Bachelor-Studium »Handwerksmanagement« – in diesem Fall am Kölner Campus der Fachhochschule des Mittelstands. Das Ganze dauert rund viereinhalb Jahre. »Hätte mir vor fünf Jahren jemand gesagt, dass ich ins Handwerk gehe, hätte ich das nicht geglaubt«, erzählt Manuel Klinkhammer: »Allerdings bin ich dem Malerhandwerk verbunden, seit ich 14 Jahre alt bin.« In den Ferien und am Wochenende habe er immer mal wieder im Betrieb des Vaters mitgewirkt. Etwas mit den Händen zu schaffen und direkt Ergebnisse zu sehen, gefalle ihm. Das Triale Studium bietet ein breites Spektrum an handwerklichen und kaufmännischen Inhalten. Akzeptanz »Mit macht einerseits das Handwerk selbst Spaß – insbesondere neue Dekortechniken. Mir macht auch Spaß, mich damit zu beschäftigen, wie ich diese neuen Techniken verkaufen und dem Kunden schmackhaft machen kann.« Dass er die Ausbildung im väterlichen Betrieb absolviert, stand für ihn sofort fest. »Aber die Akzeptanz auf der Baustelle musste ich mir in den jungen Jahren erarbeiten«, erzählt Manuel Klinkhammer. »Es hat drei bis sechs Monate gedauert, bis ich von den Altgesellen akzeptiert war. Die dachten am Anfang, wenn der Sohn vom Chef kommt, will er uns nur kontrollieren«, erzählt er. Und auch Bauleiter, mit denen er zu tun hatte, hätten bisweilen gefragt, wer denn der »richtige« Ansprechpartner für sie sei. Allerdings konnte er im Betrieb auch neu erworbenes Wissen einbringen. »Er hat zum Beispiel die Computerarbeit oder Kreativsachen mitgebracht«, berichtet Vater Guido Klinkhammer. Überzeugungsarbeit Manchmal dauerte es aber etwas länger, bis sein Sohn ihn überzeugen konnte. »Es hat lange gebraucht, bis wir einheitliche T-Shirts für die Mitarbeiter eingeführt haben«, schmunzelt Klinkhammer junior. Gerade hat er seine Bachelorarbeit abgeschlossen, in der er sich unter anderem mit der Gewinnung und der Motivation von Mitarbeitern beschäftigt hat. Nun will er einige Jahre in anderen Unternehmen der Region arbeiten, um zu vergleichen, was im väterlichen Malerbetrieb gut und was dort weniger gut läuft, um schließlich zurückzukehren und den Betrieb später einmal zu übernehmen. Das Triale Studium Das Triale Studium Handwerksmanagement (B.A.) wird am Kölner Campus der Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) angeboten. Manuel Klinkhammer gehört zu den Absolventen des dritten Jahrgangs. Das Studium dauert rund viereinhalb Jahre und umfasst eine Gesellenausbildung, eine Weiterbildung zum Meister und einen Bachelorabschluss. Der wissenschaftlicher Studiengangleiter Prof. Sascha Lord erklärt: »Hintergrund des Studiengangs ist der Fachkärftemangel. Oft verstehen die Leute, Dinge zu vermarkten, aber sie verstehen nicht, was sie da vermarkten.« Das werde im Studium gelehrt. »Oft spielt auch eine Firmenübernahme eine Rolle«, so Prof. Lord. Denn mit dem Studiengang werden Führungskräfte befähigt. Mit den Studenten wird zu Beginn des Studiums geklärt, ob sie lieber Präsenzveranstaltungen oder Lehrstunden via Internetchat wollen. »Das Studium ist sehr komprimiert. Das bedeutet Stress«, verdeutlicht er. Manuel Klinkhammer lobt: »Im Studium war immer ein Praxisbezug gegeben und man wusste: man lernst für das Handwerk.« Die Handwerkskammern helfen bei der Vermittlung eines Trialen Studiums.@ Mehr dazu im Netz:www.fh-mittelstand.deNach der Schulzeit steht für viele Abgänger die Frage: Studium oder Ausbildung? Auch Manuel Klinkhammer aus Lorbach musste sich entscheiden, wie es nach der Schule für ihn weitergeht. Nach einigem Suchen entschied er sich für den noch unbekannten Weg…

weiterlesen