Menschen aus der Region

Eine Stadt, eine Kommune, ein Ort lebt von den Menschen, die dort wohnen. Und viele haben etwas zu erzählen: Ein besonderes Hobby, ein ergreifendes Schicksal oder eine scheinbare Belanglosigkeit, die auf großes Interesse stößt. Der WochenSpiegel zeigt Ihnen die „Köpfe“, die unsere Region so lebens- und liebenswert machen…

Roetgener Prinzen am laufenden Band produziert

Menschen aus der Region. Wer närrisches Blut in seinen Adern fließen hat, wer total vom »Bazillus Carnevalitis« befallen ist, für den ist es selbstverständlich, dass er der Karnevalsgesellschaft Roetgen angehört. Fritz Jansen, seit Jahren liebevoll auch »Prinzenmacher« genannt, sorgte ehrenamtlich viele Jahre dafür, dass rechtzeitig zu Beginn der fünften Jahreszeit ein Karnevalsprinz auf den närrischen Schild gehoben werden konnte. Roetgen (Der). Der »Fritz«, wie ihn die Roetgener schätzen und lieben, hatte stets das richtige Händchen und ein goldenes Näschen, um erfolgreich fündig zu werden. Seit 1968 mischte er in der KG Roetgen auf verschieden Posten mit. »Dat jecke Jedöns hat mich schon immer interessiert«, sagt er spontan. Prinz Karneval Getreu dem Kölner Hit von »De Räuber«, »Denn, wenn dat Trömmelche jeht«, zog Fritz Jansen bei Karnevalsumzügen mit einem Trömmelchen vorne weg. Wen wunderte das, war er doch im Trommler- und Pfeiferkorps aktiv dabei. 1982, längst noch nicht der »Prinzenmacher«, wurde er selbst Roetgens Tollität Fritz I. »Das war der Höhepunkt in meiner langjährigen karnevalistischen Karriere«, lacht Jansen. Am Rosenmontag habe er tolles Wetter erwischt, ganz Roetgen ihm zu Füßen gelegen. Und da sei er auf den Geschmack gekommen, jährlich etwas für den »prinzlichen Nachwuchs« zu tun; anfangs gemeinsam mit Alfred Biegmann. Leere Versprechen Ab 1993 gingen die beiden wie Detektive auf die Suche, später war Fritz Jansen alleine unterwegs. »Das war schon harte Knochenarbeit«, weiß er nur allzu gut. Ihm wurden an Karneval Zusagen für das nächste Jahr gemacht, dann aber sei die Ernüchterung gekommen. Als die sich angebotenen Aspiranten daheim mit ihren Frauen darüber gesprochen haben, kamen Absagen, mehr als Zusagen. Die Begeisterung sei bei den möglichen Prinzen plötzlich erloschen gewesen. »Das gehört zum Geschäft«, stellt Jansen fest. Es gab aber auch Jahre, da hätte er sogar zwei Tollitäten präsentieren können. »Nun, da musste ich selektieren«, fügt er hinzu. Aber die »Jagd auf Prinzen« habe er nie bereut, das seien für ihn »tolle Jahre gewesen.« Jecker Pfarrer 1997 landete Fritz Jansen »den« Knüller schlechthin: der katholische Pfarrer Hans-Georg Schornstein war im Visier des »Prinzenmachers«. Nicht ganz einfach, Jansen musste mit Schornsteins Mutter ersten Kontakt aufnehmen, die wiederum dürfte ihrem Söhnchen dazu bewogen haben, die »Sache in Roetgen durchzuziehen.« Der Pfarrer sei mit einer Flasche Sekt bei ihm erschienen, die »frohe Botschaft« wurde damit besiegelt. Von Prinz Hans-Georg I. spreche man heute noch. Prinzenpaar Nach dem Pfarrer ließ Fritz Jansen nicht locker, nach weiteren Promis Ausschau zu halten. Er hatte sich den damaligen Bürgermeister Manfred Eis aufs Korn genommen. Dessen Frau Marion tanzte früher für die KG »Kester Lehmschwalben«, die müsse ihren »Manni« dazu bewogen haben, das Prinzenzepter zu schwingen. Übrigens das erste Prinzenpaar in Roetgen nach bislang nur »Solo-Prinzen«. Die Bilanz der Prinzensuche liest sich wie eine Erfolgsgeschichte. »Über 20 Tollitäten konnte ich seit 1993 an Land ziehen«, lacht Fritz Jansen, der auch heute »immer noch ein wenig mitmischt«, wenn der Ruf nach einem neuen Prinzen erschalle. Dann jucke es in den Fingern. Jansen genießt in Roetgen vollstes Vertrauen. Auch beim Dreigestirn war er beteiligt. Auszeichnungen Nach über 33 Jahren Wirken im Vorstand der KG habe er sich »zurückgezogen«, sei aber als inaktives Mitglied »immer noch närrisch und wenn dat Trömmelche jeht« dabei. Dann stehe er parat. Wenn es um die Gestaltung der jährlichen Orden ging, fehlte Fritz Jansen nicht. So wundert es nicht, dass ihm zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen zuteil wurden. Vom Bund Deutscher Karneval (BdK) gab es für Jansen den Verdienstorden in Silber und Gold, natürlich auch den Verdienstorden der KG Roetgen. Highlight jedoch sei für ihn die »Goldene Ehrenplakette«, die er 2007 vom Ortskartell Roetgen überreicht bekommen habe, gewesen. Eine beträchtliche Ordens- und Urkundensammlung ist in seinem Partykeller zu finden Im Ort aktiv Fritz Jansen kann sich über Hobbys, Steckenpferde und Vereinsaktivitäten nicht beklagen. In den Ortsvereinen Roetgens ist er zu Hause. Beim Tennis-Club (»Ich will es wieder versuchen«), Theaterverein, Trommler- und Pfeiferkorps, Turnverein (er moderierte den Rakkeschlauf) und außerdem hatte Fritz Jansen viele Jahre die Finger in der Programmgestaltung für die Sitzungen der KG Roetgen drin. Fazit: Ein Hans Dampf in allen Gassen! Mehr zum jecken Treiben in Roetgen gibt es unter www.kg-roetgen.deWer närrisches Blut in seinen Adern fließen hat, wer total vom »Bazillus Carnevalitis« befallen ist, für den ist es selbstverständlich, dass er der Karnevalsgesellschaft Roetgen angehört. Fritz Jansen, seit Jahren liebevoll auch »Prinzenmacher«…

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