Thomas Förster

Auf Hawaii ist das Ziel: Ankommen

Woffelsbach. Triathlet Dominik Neumann geht am 8. Oktober beim legendären "Ironman" an den Start.

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Triathlet Dominik Neumann aus Woffelsbach tritt am 8. Oktober beim legendären »Ironman« auf Hawaii an. Einziges Ziel des 36-Jährigen ist, in Kona anzukommen.

Triathlet Dominik Neumann aus Woffelsbach tritt am 8. Oktober beim legendären »Ironman« auf Hawaii an. Einziges Ziel des 36-Jährigen ist, in Kona anzukommen.

Foto: Privat

Ein Jahr ist es her, dass er sich seinen sportlichen Traum erfüllt hat. Erst nach mehrmaligem Verschieben kann Dominik Neumann am 8. Oktober am legendären »Ironman« auf Hawaii teilnehmen. »Unter den Bedingungen ist mein einziges Ziel: Ankommen«, erklärt der Ultrasportler.

Woffelsbach (Fö). »Ich habe schon direkt im Ziel gehofft, dass es gereicht hat«, erinnert sich Dominik Neumann an die bangen Stunden bei den Ironman-Europameisterschaften im letzten Sommer in Frankfurt. Er belegte in seiner Altersklasse 35-39 Jahre mit einer Gesamtzeit von 9:39 Stunden Rang 18, 14 Startplätze für Hawaii waren zu vergeben. Erst nach einigen Tagen bekam er die Nachricht: Koffer packen!

Bereits im Februar sollte es auf die Pazifik-Insel gehen - doch die Corona-Pandemie zwang die Veranstalter zur Absage der 2021er Auflage. »Die Vorbereitung war physisch und psychisch eine große Herausforderung«, blickt der 36-Jährige auf zwei pandemisch beeinflusste Sportlerjahre zurück. Immer wieder habe er sein Training intensiviert, um es dann wieder drosseln zu müssen. Umso mehr freut ihn seine Leistung und dass er im dritten Anlauf zum größten Event für Triathleten reisen darf.

Wenn nun am 24. September der Flieger nach Hawaii abhebt, ist seine Lebensgefährtin Anne van Meegern mit dabei. »Wir werden zwei Wochen vorher anreisen, um uns zu akklimatisieren, aber auch etwas Urlaub zu machen - wer weiß, wann wir nochmal die Gelegenheit bekommen, dieses Fleckchen Erde zu besuchen«, ist Neumann voller Vorfreude. Bis dahin steht eine Menge Training vor ihm: »Aktuell beträgt mein Wochenpensum rund 23 Stunden«, erklärt der Woffelsbacher. Den Rursee hat er zum Schwimmen quasi vor der Haustüre. »Das ist schon nicht so einfach wie im Schwimmbad und doch nicht mit einem unbekannten Ozean bei Wellengang zu vergleichen.« Anne van Meegern begleitet ihn aus Sicherheitsgründen vom StandUp-Paddel aus.

Da der legendäre »Ironman« ausgefallen ist, gibt es nun gleich zwei Wettkampf-Tage. Am Donnerstag, 6. Oktober, gehen die Damen und jüngere sowie ältere Altersklassen der Männer an den Start. Mit dabei ist dann auch unter anderem Markus Ganser vom gleichnamigen Radsport-Team aus Stolberg.

Die Profi-Männer - rund 50 werden es sein - gehen dann am Samstag, 8. Oktober, um 6.30 Uhr Ortszeit auf die Strecke. Dominik Neumann wird mit 15 Minuten später auf die Strecke gehen. »Die Altersklassen starten mit Zeitabständen, damit die 2500 Athleten nicht alle zeitgleich ins Wasser springen.« 3,86 Kilometer sind im offenen Meer zu bewältigen, danach geht es für 180 Kilometer aufs Rad, ehe eine Marathon-Distanz gelaufen werden muss. Obwohl er sich beim sehr heißen Eifel-Sommer perfekt vorbereiten konnte und noch tun wird, zollt er der Strecke bereits seinen Respekt: »Temperaturen über 35 Grad, eine hohe Luftfeuchtigkeit, dazu kaum Schatten und glühender Asphalt - für mich kann das Ziel nur sein: In Kona zu finishen.«

Der Start des Ironman wird von der ARD von 18.25 bis 18.45 Uhr live in der Sportschau übertragen. Ab 21 Uhr überträgt der Hessische Rundfunk live aus Hawaii. Und ab 23.55 übernimmt die ARD die Live-Übertragung wieder.

Bis zu 20 Stunden wöchentlich sitzt Dominik Neumann auch zu normalen Trainingszeiten im Sattel, zieht Bahnen oder schnürt die Laufschuhe. »Es macht großen Spaß, lässt sich aber auch gut mit unserem Job vereinbaren«, versichert der Berufsfeuerwehrmann. Krafttraining könne man auch nach Dienstschluss machen, sofern es die Einsatzlage in Aachen zulässt. Auch die Familie müsse hinter dem zeitintensiven Hobby stehen.

Bei seinem letzten großen Wettstreit vor Hawaii belegte Dominik Neumann bei der Challenge am österreichischen Walchsee Platz sechs seiner Altersklasse und qualifizierte sich für die Weltmeisterschaften in der Slowakei im nächsten Jahr. »Ob ich da starte, ist noch völlig offen«, ist Neumanns Fokus voll auf den Ursprung des »Ironman« gerichtet.

Zudem tritt er für das Indeland-Team in der NRW-Liga der Triathleten an. Fünf Wettkämpfe stehen quer durchs Land jeweils für ein Quartett an. Die Platzierungen werden summiert - je weniger Punkte, umso besser. So wurde der Wettstreit in Bonn kürzlich erst gewonnen. Infos und Stationen finden Interessierte auf www.nrwtv.de