Thomas Förster

Bagatellfälle verstopfen Notfallaufnahmen

Krankhäuser schlagen Alarm - Patientenservice 116117 hilft auch am Wochenende.

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Die Notaufnahmen in der StädteRegion sind am Limit und darüber hinaus. Deswegen wird an die Bürger appelliert, nur in schweren Notfällen das Krankenhaus aufzusuchen. Ansonsten zunächst die 116 117 wählen oder eine Bereitschaftspraxis kontaktieren.

Die Notaufnahmen in der StädteRegion sind am Limit und darüber hinaus. Deswegen wird an die Bürger appelliert, nur in schweren Notfällen das Krankenhaus aufzusuchen. Ansonsten zunächst die 116 117 wählen oder eine Bereitschaftspraxis kontaktieren.

Foto: Eifelklinik

Region. »Die Notaufnahmen in der StädteRegion sind am Limit und darüber hinaus!« Mit diesem gemeinsamen Tenor haben die Leiter der Notfallaufnahmen in der StädteRegion jetzt noch einmal auf eine Fehlinanspruchnahme der Notaufnahmen hingewiesen. Ein Grund dafür ist der dramatische Personalmangel, aber auch eine falsche Inanspruchnahme durch Bürger: »Immer häufiger nutzen Patienten mit Lappalien die Notaufnahmen der Krankenhäuser und sorgen so für gefährliche Einschränkungen bei der Versorgung von lebensbedrohlichen Akutfällen«, so die ärztlichen Leitungen im turnusgemäßen Gespräch mit Gesundheitsdezernent Dr. Michael Ziemons. Wer nicht lebensbedrohlich erkrankt ist und trotzdem nicht bis zur nächsten Sprechzeit seiner Hausarztpraxis warten kann, sollte entweder direkt eine geöffnete Bereitschaftspraxis in der Nähe aufsuchen oder die 116117 wählen. Die Mitarbeitenden der 116117 schicken bei Bedarf auch medizinische Hilfe zu den Patientinnen und Patienten nach Hause. So erhalten alle Menschen die ärztliche Hilfe, die sie brauchen.

»Bagatellfälle, also beispielsweise Menschen mit grippalen Symptomen wie Husten, Schnupfen und Halsschmerzen werden immer häufiger zu einem Problem für die Krankenhäuser. Die sind dann bei Überlastung der Notaufnahmen oft nicht mehr in der Lage, Patientinnen und Patienten zum Beispiel nach schweren Unfällen aufzunehmen«, sagt Dr. Michael Ziemons nach seinem Gespräch mit den Leitern der Kliniken. Rettungswagen werden dann abgewiesen und müssen in eine andere Klinik fahren, was mitunter wertvolle Zeit kosten kann. Er appelliert deshalb an die die Vernunft der Menschen und rät dringend, sich außerhalb der Öffnungszeiten von Hausarztpraxen an den Patientenservice 116117 zu wenden: »Die Telefonnummer 116117 funktioniert ohne Vorwahl und gilt deutschlandweit. Der Anruf ist für jeden kostenfrei, egal, ob Sie über das Festnetz oder mit dem Mobiltelefon anrufen. Der Patientenservice ist an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr erreichbar.« Auch die Notdienstpraxen der Kassenärztlichen Vereinigung sind geeignete Anlaufpunkte und bieten sehr gute medizinische Versorgung.

»In eine Notaufnahme gehört man nur bei Lebensgefahr, starken Brustschmerzen, Herzbeschwerden oder schweren Verletzungen«, erläutert Ziemons. Was eine schwere Verletzung sei, dafür gebe es eine einfache Faustregel: »Etwas ist ab, was dran sein sollte, etwas ist drin, was draußen sein sollte oder etwas ist draußen, was drin sein sollte, etwas bewegt sich, was sich nicht bewegen sollte oder es bewegt sich nichts mehr«.

In allen anderen Fällen, wie Verstauchungen, einfache Schnittwunden oder Fieber, hilft eine Bereitschaftspraxis der KV am besten. Der ärztliche Bereitschaftsdienst hilft außerhalb der Sprechstundenzeiten bei Erkrankungen, mit denen man sonst in die Praxis gehen würden und deren Behandlung nicht bis zum nächsten Werktag warten kann.


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