BGZ wird zur Notunterkunft

In Krisenzeiten ist Flexibilität, Kreativität und Einsatzwille gefragt. Dieser wird in der aktuellen "Flüchtlingskrise" vielfältig gezeigt. "Wieder einmal werden uns in der Eifel perfekte Bedingungen geboten", zeigt sich der städteregionale Sozialdezernent Uwe Zink dankbar. Sein Dank gilt der Gemeinde Simmerath und der Handwerkskammer Aachen, die einen Internatstrakt im Bildungs- und Gewerbezentrum in der Kranzbruchstraße für geflohene Menschen zur Verfügung stellen.
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Städteregion, Gemeinde und Handwerkskammer ziehen an einem Strang, damit 90 Flüchtlingen im Simmerather BGZ eine erste Bleibe eingerichtet werden kann.

Städteregion, Gemeinde und Handwerkskammer ziehen an einem Strang, damit 90 Flüchtlingen im Simmerather BGZ eine erste Bleibe eingerichtet werden kann.

"Unser Internat ist nicht durchgehend voll belegt", erklärt Peter Deckers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen. Daher könne man der Städteregion Aachen einen Teilbereich des BGZ-Internats in Simmerath als "Notunterkunft" für Flüchtlinge zur Verfügung stellen. "Die Zimmer sind quasi bezugsfertig", ist Uwe Zink nicht unglücklich über die neueste Unterkunft, in der etwa 90 Flüchtlinge Platz finden werden. So wird ihm und seinen Mitstreitern eine große Last genommen, die die Bezirksregierung aufgebürdet hatte, als sie am Dienstag die Städteregion und ihre Kommunen aufforderte, Platz für 500 Flüchtlinge zu schaffen. "Unser Team ist rund um die Uhr im Einsatz, um die zahlreichen Aufgaben bewältigen zu können", weiß Marlis Cremer, Leiterin des Amtes für Ordnungsangelegenheiten, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz, dass die Verwaltungen an ihre Schmerzgrenzen kommen. Schließlich seien Brandschutzbestimmungen zu beachten, Hygienevorschriften zu befolgen und eine ärztliche Erstversorgung bereitzustellen. Da seien die Bedingungen im BGZ schon sehr arbeitserleichternd. "Wir fangen die Menschen auf, versorgen sie ärztlich, registrieren sie und führen sie dann den Asylverfahren zu", erklärt Cremer. Vermutlich am Montag werden die 500 neuen Flüchtlinge in der Städteregion Aachen erwartet. Neben der neuen Unterkunft in Simmerath werden auch die bestehenden Einrichtungen wie etwa auf der Höfener "Funk" neue Menschen aufnehmen müssen. "Aktuell sind dort etwa 90 Flüchtlinge - wir haben Kapazitäten für 172 Menschen", so Cremer. Im BGZ wird es bei den 90 Plätzen bleiben. "So haben wir ein gutes Verhältnis zwischen etwa 90 Flüchtlingen und 170 Schülern, die im Internat leben", glaubt Norbert Mauel, BGZ-Verwaltungsleiter und Leiter des Jugendwohnheims. Unberührt von den mittlerweile 1000 Flüchtlingen, die die Städteregion Aachen in den verschiedensten Notunterkünften untergebracht hat und es künftig tun wird, sind die direkt vom Land georderten Einrichtungen wie das Hotel Sonnenhof in Einruhr oder die ehemalige Hauptschule in Monschau. "Wir haben in Einruhr gute Erfahrungen gemacht und hoffen auch in Simmerath auf eine hohe Akzeptanz und Hilfsbereitschaft der Bevölkerung, so Roger Nießen, Beigeordneter der Gemeinde Simmerath. "Hier wird Willkommenskultur mit Leben gefüllt", zollt Peter Deckers den Eifelern seinen Respekt, wo binnen kürzester Zeit Platz für mehr als 850 gebeutelte Menschen geschaffen wurde.