Corona-Not macht erfinderisch

Das gesellschaftliche Leben wird immer weiter eingeschränkt. Jeden Tag treten neue Verordnungen in Kraft. Das Positive daran ist, dass sich in Krisenzeiten zeigt, dass Politik und Gesellschaft rasch handeln können. Und wie kreativ Menschen sind, um ihre Existenz zu sichern und Mut zu machen.
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Veranstaltungen sind gänzlich abgesagt, öffentliche Einrichtungen geschlossen, Bars, Kinos, Museen, Schwimmbäder oder Fitness-Studios mussten die Türen schließen. Die Zahl der Corona-Fälle steigt auch in der Städteregion Aachen und immer mehr Menschen, auch in der Nordeifel, sind in Quarantäne. Diese Mitbürger, aber auch solche, die zu Risikogruppe in Zeiten der Corona-Pandemie zählen, unterstützt die Facebook-Gruppe »Bürger helfen Bürgern«. »Sollten Sie Hilfe benötigen oder selber nicht in der Lage sein, das Haus zu verlassen, nehmen Sie Kontakt zu uns auf«, so Initiator Mario Schneider. »Wir versuchen Sie kostenlos beim Einkauf, Kinderbetreuung oder auch der Gassi-Runde mit Ihrem Hund zu unterstützen.« Wer helfen will, meldet sich per E-Mail an eifelhilfe@aol.com oder Tel. 0151/10451440 oder eben auf Facebook.

Gottesdienst live im Netz

Keine Gottesdienste in der Evangelischen Kirchengemeinde Monschauer Land bis voraussichtlich 19. April, hat Jens-Peter Bentzin verkündet. Ein wenig Abhilfe schafft Pfarrer Oliver Joswig aus dem »Gottesdienststudio«. Bereits am Donnerstagabend, 19. März, wird die »Wegmarke nach Golgatha« ab 19.30 Uhr live gestreamt. Das geschieht über die Plattform YouTube. Den Link dazu gibt es auf der Homepage www.eivelkirche.org Oder oder man geht direkt bei YouTube auf den Kanal »Eivelkirche«. Joswig: »Sonntags, 22. März, wollen wir um 10 Uhr einen Gottesdienst live streamen.« Natürlich werde der ohne Gottesdienstteilnehmer stattfinden. Und die Brüder von Taizé übertragen für unbestimmte Zeit ihr Abendgebet live auf https://www.facebook.com/taize/ Auch in der katholischen Kirche entfallen alle Gottesdienste bis auf Weiteres. »In diesem Jahr erleben wir in der Fastenzeit drastische Einschnitte unseres Lebens und unserer Glaubenspraxis, wie wir sie noch nie erlebt haben«, so Pfarrer Michael Stoffels. Beerdigungen sind vorläufig nur auf dem Friedhof im kleinen Kreis möglich. Die Exequien für die Verstorbenen können erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Stoffels: »Ich rufe alle auf, alles zu tun, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. In diesen Tagen sind gegenseitige Rücksichtnahme, Solidarität, Hilfsbereitschaft und Gottvertrauen gefragt. Mit Gottes Hilfe und im guten Miteinander werden wir diese Krise überstehen, davon bin ich fest überzeugt. Bitte achten Sie auch auf Menschen die allein und auf Hilfe angewiesen sind. Wenn jemand in Not ist und nicht Einkaufen kann, können Sie gerne bei mir anrufen (02473/2357). Ich werde mich darum kümmern.« Er feiere jeden Tag eine Heilige Messe und trage die Anliegen der Kranken, Verängstigten und Sorgenvollen vor Gott. Besonders bete er auch für die, die schwere Entscheidungen treffen müssen.

Mittagstisch und Lieferservice

Die Betriebe in der Region stellen sich der Krise und greifen zu unkonventionellen Mitteln. »Fahrrad Offermann« greift der drohenden Schließung seines Geschäftes vor und bietet den Kunden an, mit Fahrrädern und Zubehör vorbei zu kommen. »Beratungen, Vorführungen und Probefahrten ließen sich auf diesem Wege realsiieren«, versichern die Inhaber Daniela und Andreas Haas.
Gastronomen wie Ben Broenink vom Simmerather Restaurant »Schröders Eck« oder Axel Steffens vom Mützenicher Venngasthof »Zur Buche«, die ihr Lokal um 18 Uhr schließen müssen, bieten einen verlängerten Mittagstisch an - auch zum Mitnehmen. Lutz Schell, Inhaber vom Hotel Horchem in der Monschauer Altstadt und der »Alten Molkerei« in Höfen wirbt mit einem Außer-Haus-Bestellservice. »Wir beliefern Euch mit leckeren Gerichten im Monschauer Land ab einem Warenwert ab 25 Euro«, erklärt er.

Essenausgabe und neue Erdenbürger

Unterdessen hat der Monschauer Gastronom Marco Radermacher ein großes Problem. Er hängt wegen Kontakt zu Corona-Infizierten  während einer Kreuzfahrt in Südafrika fest. Wann er und seine Frau in die Eifel zurückkehren können, ist ungewiss. Der »Haller« bleibt vorerst geschlossen. Die »Essensretter Monschauer Land« stellen das Verteilen von Lebensmitteln in der Imgenbroicher Bodega vorerst ein. Die Monschauer Tafel hält ihre Ausgabezeiten aufrecht, wird aber im Vorfeld Tüten für die Kunden packen, um den Kontakt möglichst gering zu halten. Auch in Krisenzeiten stellt der WochenSpiegel alle Neugeborenen vor. Da unsere Redakteure aktuell die Eifelklinik nicht betreten dürfen, bitten wir die Eltern, ein Foto mit den entsprechenden Daten zu mailen.

Fallzahlen steigen - zwei Todesfälle

Die gemeinsam tagenden Krisenstäbe der Stadt Aachen und der StädteRegion Aachen beraten regelmäßig über die aktuelle Lage. Am Dienstag Mittag wurden 211 Corona-Fälle verzeichnet. Zwei 80 und 84 Jahren alte Männer sind an den Folgen der Erkrankung gestorben. Näheres dazu erfahren Sie hier und auf unserem Facebook-Account.


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