Ehrenamt fängt staatliche Aufgaben auf

Förderung des Breitbandausbaus, Bewegung auf der B 258 und großes Engagement für Flüchtlinge, die staatlicher Unterstützung bedarf - viel zu tun gibt es in der Gemeinde Roetgen für den Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling. Der SPD-Politiker war nun zum Arbeitsgespräch bei Bürgermeister Jorma Klauss zu Gast.
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Trafen sich zum Arbeitsgespräch im Roetgener Rathaus: Der SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Kämmerling (l.) und Bürgermeister Jorma Klauss.

Trafen sich zum Arbeitsgespräch im Roetgener Rathaus: Der SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Kämmerling (l.) und Bürgermeister Jorma Klauss.

»Unsere Schule ist top in Schuss, aber die Turnhalle muss saniert und Hindernisse für gehandicapte Menschen abgebaut werden«, zeigt Jorma Klauss eine erste Baustelle auf. Bis 2020 84.000 Euro pro Jahr kann die Gemeinde Roetgen bedarfsorientiert aus Düsseldorf erwarten. Und von dem Programm »Gute Schule 2020« träumt jeder Häuslebauer: Für diesen Kredit müssen weder Zinsen noch Tilgung gezahlt werden. Den Breitbandausbau sieht Stefan Kämmerling in besten Händen, gibt es doch bei der Städteregion Aachen einen von Land geförderten Koordinator, um möglichst vielen Menschen kostengünstig schnelles Internet zu ermöglichen. 336.000 Euro erhält die Gemeinde Roetgen für die U3-Betreuung in den Kindertagesstätten. »Wichtiges Geld, haben wir doch die höchste Betreuungsquote in der Region«, weiß Klauss, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Roetgen eine hohe Bedeutung hat. Lob ernteten Ehrenamtler und Verwaltung für die Bewältigung der »Flüchtlingskrise«. Ein hohes Engagement habe dafür gesorgt, dass staatliche Unzulänglichkeiten aufgefangen worden seien. 866 Euro bekommt Roetgen ab Januar für jeden zugewiesenen Asylbewerber. »Kostendeckend« bezeichnet Klauss die monatliche Pauschale. Und natürlich sprachen Kämmerling und Klauss auch über den Sachstand auf der »B 258«. Der Landesbetrieb Straßen.NRW arbeite an einem Vorentwurf, verkündete Kämmerling. Bitten, nicht fordern könne man die politischen Entscheidungsträger in Aachen, endlich den Verkehr auf dem Weg in die Kaiserstadt fließen zu lassen. Eine Lösung sei aber weiterhin nicht in Sicht. Und auch für die Wehrleute hat Stefan Kämmerling etwas bewegen können. Ölspuren müssen künftig nicht mehr von der Frewilligen Feuerwehr beseitigt werden. Da dies aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens in Roetgen oft vorkommt, sind auch Arbeitgeber nicht sonderlich amüsiert, wenn der Mitarbeiter wieder einmal ausrücken muss. »Es kann nicht sein, dass Ehrenamtler für vermeintliche Lapalien verschlissen werden und zur tatsächlichen Gefahrenabwehr nicht zur Verfügung stehen«, müssen aus Sicht der beiden Sozialdemokraten Beruf und Ehrenamt unter einen Hut gebracht werden. Wie es um den gemeindlichen Haushalt steht und was die politischen Mitbewerber dazu sagen, lesen Sie im nächsten WochenSpiegel.