EIFEL Schwein 2.0: Kraftakt lohnt sich

Der rabiate Strukturwandel in der Landwirtschaft macht auch vor der Eifel keinen Halt. Insbesondere die Schweinemastbetriebe stehen seit Jahren unter extremem Druck. Das Markenmanagement der Regionalmarke EIFEL stand beim Thema »Schwein« vor einer strategischen Entscheidung: Entweder mit breitem regionalem Ansatz und nach den üblichen Marktregeln weitermachen und irgendwie durchhalten oder mit vollem Risiko und voller Energie eine Systemänderung mit Zukunftsperspektive herbeiführen. Die Regionalmarke hat sich für den erst einmal schwierigeren, aber langfristig erfolgreicheren Weg einer grundlegenden Systemänderung entschieden.
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Bildrechte: Eifel Tourismus – Lars May

Bildrechte: Eifel Tourismus – Lars May

Entschlossenheit ist jetzt gefordert: Das Team der Regionalmarke hat ein System entwickelt, das gleichzeitig die gestiegenen Verbraucherwünsche hinsichtlich Regionalität und Tierwohl berücksichtigt, und eine fatale Entwicklung entschärft – viele Betriebsschließungen, dauerhaft ruinöse Erzeugerpreise bei stetig steigenden Saatgut-, Futter- und Energiepreisen, die Abhängigkeit von Weltmarktpreisen durch globale Warenströme oder auch die Anonymität kombiniert mit fehlenden Alternativen bei der Vermarktung. Klare Klassifizierungen schaffen Orientierung: »Wir haben unser bisheriges ‚Einstiegs-EIFEL Schwein‘ komplett aus unserem Programm gestrichen. Wir fangen also grundsätzlich mit unserem System auf einer höheren Qualitätsstufe an. Für unser neues ‚Regionalmarke EIFEL Schwein (Einstieg)‘ gelten die bisherigen Richtlinien unseres hochwertigen EIFEL Premium Schweins. Die bisherige Namensgebung lassen wir allerdings mit Blick auf die Haltungsformen der Initiative Tierwohl weg, um unnötige Verwirrungen zu vermeiden. Da wir immer in sogenannten Baukästen denken, setzen wir als höhere Qualitätsstufe auf unser Regionalmarke EIFEL Schwein das neu entwickelte - und von uns zukünftig favorisierte – Regionalmarke EIFEL Plus Schwein drauf«, so Geschäftsführer Markus Pfeifer.

Vorgaben für Vertragslandwirte

»An Weiterentwicklungen bezüglich unserer EIFEL Schweine in Richtung Haltungsform 3 bzw. 4 arbeiten wir bereits gemeinsam mit der Schweine-Vermarktungs- Genossenschaft SVG eG aus Idenheim. Doch das geht in der Umsetzung nur Schritt für Schritt und auch nur dann, wenn wir langfristige Verträge und Partnerschaften mit unseren Abnehmern eingehen können«, so Pfeifer weiter. Den Worten müssen Taten folgen: Zukünftig wird die Regionalmarke EIFEL deshalb nur noch ausschließlich mit ausgewählten Vertragslandwirten arbeiten, die - vereinfacht dargestellt - diese Vorgaben einhalten:
1. Regionalmarke EIFEL Schwein (Basis): QS-Standard zzgl. regelmäßiger EIFEL Kontrolle bzgl. mind. 70% Getreide beim Futter, das zu mind. 50% aus der Eifel kommen muss, mehr Tränken und mehr Beschäftigungsmaterial für die Tiere – dafür erhalten die EIFEL Landwirte eine Mindestpreisgarantie, mit
der eine dauerhafte Betriebsführung gewährleistet werden kann
2. Regionalmarke EIFEL Plus Schwein (vergleichbar Haltungsform 2): Hier kommen zusätzlich 10% mehr Platz hinzu – dafür erhält der EIFEL Landwirt on top eine direkte Tierwohlprämie in Höhe von 15 € pro Tier vom Endabnehmer Weiterhin punkten die Regionalmarke EIFEL Fleisch- und Wurstprodukte mit den bekannten Vorteilen kurzer Transportwege, engen persönlichen Beziehungen, dem lückenlosen Kontrollsystem über ORGAINVENT »vom Stall bis in die Theke« u.v.m.