Thomas Förster

Eifelklinik verliert Geburten

Simmerath (Fö). Neues Leben bereichert unser Land und im letzten Jahr sind die Geburtenzahlen neuerlich gestiegen - in der Eifelklinik jedoch nicht.
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Die Geburtshilfliche Station stärkt das Ansehen der Eifelklinik: Dennoch gab es 2021 weniger Geburten als im Vorjahr - entgegen dem Landestrend.

Die Geburtshilfliche Station stärkt das Ansehen der Eifelklinik: Dennoch gab es 2021 weniger Geburten als im Vorjahr - entgegen dem Landestrend.

Foto: Thomas Förster

Das Land Nordrhein-Westfalen vermeldet ein Plus von 2,9 Prozent an Neugeborenen gegenüber 2020. Das Stolberger Bethlehem-Krankenhaus belegt auf Platz 13 (2.245 Geburten; +2,32 Prozent) den Spitzenplatz in der Region.

Während in den St. Vincenz-Kliniken Paderborn 3613 Babys das Licht der Welt erblickten, waren es in der Eifelklinik nicht einmal ein Zehntel davon. Entgegen dem landesweiten Trend gab es im Simmerather Krankenhaus mit 314 Geburten auch 25 weniger als im Vorjahr (wir berichteten) - das entspricht einem Minus von 7,37 Prozent. »Wir hatten im Sommer eine Flaute, die unserer Meinung nach eine Folge von ausgebliebenen Kreißsaalführungen und mangelnder Internetpräsenz war«, erklärt Dr. Andreas Cousin, Chefarzt der Geburtshilflichen Station in der Eifelklinik. Zudem sei festzustellen, dass immer mehr werdende Eltern aus dem Umkreis - etwa aus den Kreisen Düren und Euskirchen - zur Entbindung nach Simmerath kämen, während es manchen Eifeler nach Stolberg oder Aachen zieht. »Das eine freut uns, das andere beschäftigt uns aber natürlich«, gesteht Cousin. Mit neuen Geburtsvorbereitungskursen, aber auch dem Versprechen, dass Männer auch in Corona-Zeiten bei der Entbindung durchgehend dabei sein können, wirbt er für die Simmerather Geburtshilfe.

Kaiserschnittrate über dem Schnitt

Der allgemeine Trend und die Aufklärung habe die Zahl der Kaiserschnittgeburten zeitweise auf über 40 Prozent steigen lassen. »Wir sind ein Verfechter der Spontangeburt und priorisieren diese auch. Dennoch gehört eine umfangreiche Aufklärung über Probleme wie Beckenbodenschäden für uns dazu«, versichert Dr. Cousin. »Wir sind auch jetzt noch über dem Landesschnitt von 32 Prozent, der tendenziell steigt, arbeiten an einer Reduzierung der Quote. Aber jede Frau hat bei uns Wahlfreiheit, soweit es medizinisch vertretbar ist«, unterstreicht er.