Ein Leben für die Pfeife

Sie stammen aus Aachen, verbringen aber ihren Ruhestand am Rande des Hohen Venns: Franziska und Adolf May aus Mützenich feiern heute Eiserne Hochzeit.
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Franziska und Adolf May, die am 1. Oktober eiserne Hochzeit feiern, leben in Mützenich. Foto: T. Förster

Franziska und Adolf May, die am 1. Oktober eiserne Hochzeit feiern, leben in Mützenich. Foto: T. Förster

»Auch wenn es auf dem Fußballplatz manches Mal etwas rau zugeht, haben wir dort viele Freunde gefunden«. Adolf und Franziska May sind zufrieden - mit ihrem vergangenen, gemeinsamen Leben, aber auch der aktuellen Situation. Den 86-Jährigen und seine 83-jährige Frau plagen zwar das ein oder andere Wehwehchen, aber den Alltag meistern sie noch alleine. Auf 65 gemeinsame Jahre blicken sie nun zurück: am 1. Oktober 1955 wurde standesamtlich und kirchlich geheiratet. Kennen gelernt haben sich die beiden »Öcher« auf der Sandkaul-Kirmes, in Burtscheid einige Jahre mit ihrem 1960 geborenen Sohn verbracht und später auf den Drischer Hof gezogen. Heute hat das rüstige Paar zwei Enkel und zwei Urenkel. Bereits in den 1980er Jahren entdeckte Adolf May seine Leidenschaft für die Eifel. Im Mützenicher Torfmoor erwarb er ein Grundstück und baute ein Haus, das zunächst am Wochenende genutzt wurde. Als Franziska und Adolf May in Ruhestand gingen, zogen sie ganz an den Rand des Hohen Venns. Er hat Heizungsbauer gelernt, viele Jahre beim Aufbau des Klinikums mitgewirkt und war als Hausmeister bei der Aachen-Münchner-Versicherung beschäftigt. Dort wurde er zum Gesamtbetriebsrat gewählt und vertrat die Arbeitnehmer-Interessen im Aufsichtsrat. Auch seine Frau war bei der Versicherung beschäftigt. Die private Leidenschaft galt neben der Familie dem Fußball. Adolf May war aktiver Kicker, ist aber besonders als besonnener Mann an der Pfeife bekannt. »Ich habe immer eine klare Linie verfolgt und damit mir Respekt erarbeitet«, weiß May. Er wurde unter anderem mit der silbernen Ehrennadel des Fußballverband Mittelrhein ausgezeichnet, war May doch bis zum hohen Alter von 83 Jahren im schwarzen Jersey aktiv. Auch als Jugendtrainer und Begleiter von Jungschiedsrichtern hat er quer durch die Region Spuren hinterlassen.
Wegen der Corona-Pandemie wird nur im kleinen Kreis gefeiert. »Das ist schade, aber die Gesundheit unserer Lieben und die eigene gehen vor«, ist sich das Jubelpaar einig.