Thomas Förster

Eltern springen bei der Betreuung ein

Lammersdorf. Kindertagesstätte »Mandala« in Lammersdorf muss aus Personalnot Öffnungszeiten kürzen - und schafft mit Eltern Abhilfe.

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Die Kleinen in der Lammersdorfer Kindertagesstätte »Mandal« lassen sich die Laune nicht vermiesen. Doch Eltern sind ratlos, wenn Betreuungszeiten gekürzt werden - und springen nachmittags nun selber ein.

Die Kleinen in der Lammersdorfer Kindertagesstätte »Mandal« lassen sich die Laune nicht vermiesen. Doch Eltern sind ratlos, wenn Betreuungszeiten gekürzt werden - und springen nachmittags nun selber ein.

Foto: Thomas Förster

Lammersdorf (Fö). Die Ansprüche an Kinderbetreuung steigen stetig. Das Land Nordrhein-Westfalen hat jedem Kind ab dem ersten Lebensjahr einen Platz in Kindertagesstätten gesetzlich zugesichert - doch vor Ort wird es immer schwieriger, die Betreuung auch zu gewährleisten.

Probleme gibt es in der Kindertagesstätte »Mandala« in Lammersdorf schon längere Zeit. Ausgefallene Eingewöhnung, Notbetreuung und verkürzte Öffnungszeiten stehen dort schon länger auf der Tagesordnung. »Am 23. Dezember wurde uns dann angekündigt, dass die Betreuung ab dem neuen Jahr bereits um 14.45 Uhr statt 16.15 Uhr endet«, erklärt Elternbeirat Esther Achenbach. Auch wenn man einen Vertrag über eine 45-Stunden-Betreuung unterschrieben hat, können nur maximal 37,5 Stunden abgedeckt werden. Von elf betroffenen Kindern wechselten zwei nach Strauch, wo ein vollumfängliches Betreuungsangebot gewährt wird.

Im Gespräch mit Vertretern der Städteregion Aachen wurden nun Lösungsmöglichkeiten gesucht. »Es wird zwar Personal eingestellt, doch der Bedarf wird weiterhin nicht gedeckt«, weiß Achenbach. Der CDU-Städteregionstags-Abgeordnete Karl-Heinz Hermanns will sich dafür einsetzen, das Auswahlverfahren beschleunigen, um Abhilfe zu schaffen.

Engagierte Eltern haben unterdessen in der Lammersdorfer Kita, die einen Verbund mit dem Rollesbroicher Rabennest bildet, die Nachmittagsbetreuung gesichert. Gemeinsam mit einem Erzieher und einer Hilfskraft kümmern sie sich bis zum Ende des Kindergartenjahres um die Kleinen. Die Leitung der Kita hat mit dem Team die Dienstpläne umgestellt, sodass von 7.15 bis 16.15 Uhr immer eine Fachkraft anwesend ist. So können die gewohnten Betreuungszeiten gesichert werden. »Dieses Modell ist in Zeiten des Fachkräftemangels eine beispielhafte Zusammenarbeit zwischen der Kita und den Eltern«, lobt Pressesprecher Detlef Funken. »Die StädteRegion als Kita-Trägerin hat den Eltern für ihre Flexibilität und Einsatzbereitschaft bereits herzlich gedankt.« Einziger Wermutstropfen: Fällt eine Fachkraft nachmittags aus, müssen die Eltern wieder eingeschränkte Öffnungszeiten hinnehmen, da das Fachkräftegebot in der Kindertagesbetreuung zwingend vorgeschrieben ist.


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