Gefahr durch Smartphone und Pedelec

2150 Mal hat die Aachener Polizei im letzten Jahr Verstöße gegen die Nutzung des Mobiltelefons im Straßenverkehr geahndet. Eine erschreckende Zahl, die zeigt, wie sorglos sich die Menschen ablenken lassen.
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Autofahrer, Radler oder Fußgänger nutzen trotz Verbot das Smartphone im Straßenverkehr und gefährend damit sich und andere. Eine neue Gefahr stellen jedoch Pedelecs dar - viele Nutzer müssen den Umgang mit diesem speziellen Fahrrad noch üben und andere Verkersteilnehmer sich auf das »Zweirad mit Hilfsmotor« einstellen.

Autofahrer, Radler oder Fußgänger nutzen trotz Verbot das Smartphone im Straßenverkehr und gefährend damit sich und andere. Eine neue Gefahr stellen jedoch Pedelecs dar - viele Nutzer müssen den Umgang mit diesem speziellen Fahrrad noch üben und andere Verkersteilnehmer sich auf das »Zweirad mit Hilfsmotor« einstellen.

Mit diesem Fehlverhalten, dass die Aachener Polizei immer häufiger ahndet, haben die schlimmsten Unfälle im vergangenen Jahr jedoch nichts zu tun. »Die Nutzung des Smartphones als Unfallursache nachzuweisen erweist sich als schwierig«, unterstreicht Polizeipräsident Dirk Weinspach bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2018. Immerhin habe man zehn Verkehrsunfälle auf die widerrechtliche Nutzung des Handys zurückführen können - 2017 war es nur ein Fall gewesen. »Wir wollen aber auch gar nicht möglichst viele Sünder erwischen, sondern dazu animieren, das Handy während der Fahrt nicht zu nutzen.« Und eine zweite, relativ neue Gefahrenquelle im Straßenverkehr haben die Aachener Ordnungshüter festgemacht: »Mehr Verkehrsteilnehmer, aber auch neue Verkehrsmittel wie das Pedelec haben steigende Unfallzahlen zur Folge«, bedauert Weinspach. Viele Radfahrer seien sich des Tempos, mit dem sie unterwegs sind, aber eben auch einem längeren Bremsweg nicht bewusst. Andere Verkehrsteilnehmer reagierten unsicher im Umgang mit den motorisierten Fahrrädern. Dadurch kommt es immer wieder zu verhängnisvollen Begegnungen.

Vier Todesopfer in der Eifel

20 Verkehrstote  durch 16 Unfälle (2017: 10) gab es im letzten Jahr in der Städteregion Aachen zu beklagen. In der Eifel gab es vier Unfälle (Vorjahr 3) mit tödlichem Ausgang für einen Verkehrsteilnehmer: Am 5. Februar befuhr eine 21-Jährige die B266 zwischen Lammersdorf und Rollesbroich. In der Linkskurve am Klärwerk geriet ein entgegen kommendes Fahrzeug aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit in den Gegenverkehr und kollidierte mit ihr - sie verstarb noch am Unfallort. Mitfahrer und Unfallverursacher wurden schwer verletzt. Am 18. August, bog ein Lkw-Fahrer von Rurberg kommend in die Zufahrt der Jugendherberge ein. Eine Gruppe Kradfahrer kam auf der L 166 entgegen. Der erste Kradfahrer kollidierte mit dem Heck des Lkw und erlag seinen Verletzungen. Die beiden Mitfahrer wurden verletzt. Am 5. September überholte ein 47-jähriger Motorradfahrer im Kurvenbereich der B 266 vor Strauch. Er übersah einen entgegenkommenden Lkw und stieß mit diesem ungebremst zusammen. Der Kradfahrer verstarb noch an der Unfallstelle. Am 29. Dezember kam ein 33-jähriger Autofahrer beim Überholvorgang zwischen Hargard und Imgenbroich von der Straße ab, prallte gegen einen Baum und erlag seinen Verletzungen.

Mehr Verletzte im ländlichen Raum

Im Monschauer Stadtgebiet wurden mit zwölf Menschen vier mehr schwer verletzt und auch 33 Prozent mehr Unfallteilnehmer erlitten leichte Verletzungen. Es gab keine Schulwegunfälle,  zwei Kinder verunglückten im Straßenverkehr. Die Zahl der verunglückten Radfahrer und Fußgänger stieg von vier auf 13, auch die Zahl verunglückter Kradfahrer stieg von acht auf zwölf. In Roetgen krachte es wie im Vorjahr 28 Mal. Weniger Schwerverletzte, Radfahrer und Fußgänger, aber mehr Leichtverletzte, Kinder und Kradfahrer zeugen von Licht und Schatten der Statistik. Erfreulich ist auch, dass es seit 2010 keinen Todesfall mehr zu beklagen gab. Trotz der drei Unfälle mit drei Getöteten, sind deutlich weniger Verletzte im Simmerather Gemeindegebiet zu beklagen (2017: 77, 2018: 64). »Ich werbe bei jedem Verkehrsteilnehmer um Vor- und Umsicht«, so Dirk Weinspach. Es bringe nichts, den Zeigefinger gegen Raser zu erheben, wenn man selbst auch zu schnell unterwegs sei. »Jeder, der angepasst unterwegs ist, senkt das Unfallrisiko«, so Svende Friedrich, Leiterin der Direktion Verkehr. »Die vielen Präventions- und Repressionsmaßnahmen zeigen positive Wirkung«, versichert Weinspach. Das restriktive Vorgehen gegen Kradfahrer sowie  der verstärkte Dialog habe zu weniger Unfällen geführt. Auch die Lärmbelästigung habe abgenommen.

Prävention

Die Nutzung eines Smartphones am Steuer ist kein Kavaliersdelikt: Unachtsamkeit kann verheerende Folgen haben. Das Bußgeld von 60 Euro plus einem Punkt in Flensburg scheint bislang nicht abzuschrecken. Und die Dunkelziffer wird weit höher eingeschätzt.
Auch künftig werden Hauptverkehrs und Hauptunfallachsen schwerpunktmäßig überwacht.
Auch wird es wieder Aktionen mit den Polizisten aus Dpren und Euskirchen gegen Raser, besonders auf Motorrädern in der Eifel geben.
n     Zudem werden so genannte »Poli-Touren« angeboten - dabei begleiten Polizeibeamte die Kradfahrer, um sie für Gefahrensituationen zu sensibilisieren. »Gerade Wiedereinsteiger jenseits der 40 sind oft an Unfällen beteiligt«, hat Svende Friedrich festgestellt.


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