Heimatliebe steht über Todesangst

Der Dokumentarfilm »Furusato - Wunde Heimat« von Thorsten Trimpop wird am Samstag, 6. Oktober, im Druckereimuseum Weiss gezeigt.
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Der Frage, warum die Menschen rund um Fukushima ihre Heimat nicht verlassen, geht Thorsten Trimpop in einer eindrucksvollen Dokumentation nach.

Der Frage, warum die Menschen rund um Fukushima ihre Heimat nicht verlassen, geht Thorsten Trimpop in einer eindrucksvollen Dokumentation nach.

Dokumentarfilmer aus aller Welt machen vom 5. bis 7. Oktober Station in Monschau. Sie residieren auf der Burg und kommen in der Schlosskapelle über ihre Werke ins Gespräch. Michael Chauvistré von »Happy Endings Film«, der unter anderem mit seiner Doku über den Bau des Aachener Tivoli-Fußballstadions bereits im Druckereimuseum zu Gast war, ist der Gastgeber und präsentiert am Samstag, 6. Oktober, um 20 Uhr den Dokumentarfilm »Furusato - Wunde Heimat« von Thorsten Trimpop: Warum leben Menschen in einer Gegend, von der sie wissen, dass von ihr eine unsichtbare tödliche Gefahr ausgeht? Dieser Frage spürt Thorsten Trimpop in seinem preisgekrönten Dokumentarfilm nach.
Die Stadt Minamisoma im Distrikt Fukushima ist eine geteilte Stadt. Ein Teil liegt in der evakuierten 20-Kilometer-Sperrzone um den havarierten Reaktor, im übrigen Teil gilt die Stadt nach der Reaktorkatastrophe von 2011 trotz viel zu hoher Strahlenwerte weiterhin als bewohnbar. Dort leben noch immer knapp 57.000 Menschen. Warum?
In Japan hat Heimat eine tiefe Bedeutung. Die Landschaft, in die man geboren wird, trägt der Mensch ein Leben lang in sich. Sie prägt ihn, sie ist ihm heilig: sie ist ein FURUSATO. So fühlen sich die verbliebenen Bewohner der Gegend um Fukushima verantwortlich - für ihre Heimat, die Aufrechterhaltung ihrer Traditionen, ihre Mitmenschen oder Tiere. Menschen wie der Aktivist Bansho, die junge Pferdezüchterin Miwa oder die ältere Frau Noda - sie alle bleiben in der Heimat, mit zum Teil bereits spürbaren Folgen für ihre Gesundheit. Wobei nicht alle von ihnen diese Entscheidung freiwillig treffen - Entschädigungszahlungen für ihre unbewohnbaren Häuser haben nur Wenige erhalten, Andere - wie die Familie von Miwa - haben keinerlei Hilfen bekommen. Sie können es sich schlicht nicht leisten zu gehen. Wie auch den Schulkindern, die im Chor »ich liebe Fukushima, ich gehe hier nicht weg« singen, bleibt ihnen keine andere Wahl, als in der verstrahlten Heimat zu bleiben. »Die Wahl fiel auf diesen Film, weil das Thema der Gefährdung des eigenen Lebensraumes durch unsichere Atomkraftwerke auch im Monschauer Land präsent ist«, erklärt Michael Chauvistré. Zudem unterstütze das Medienhaus Weiss den Protest gegen das marode Atomkraftwerk in Belgien, sodass dessen Kino den geeigneten Rahmen darstelle. Tickets können unter www.weiss-xtra.de geordert werden und auch ein Sitzplatz reserviert werden. Bitte melden Sie sich hierzu einmalig bei Ihrer Hausbank im Online-Banking für paydirekt (www.paydirekt.de) an. Oder kommen Sie vorbei im Hause Weiss, Hans-Georg-Weiss-Straße 7, in Imgenbroich und erhalten Ihr Kinoticket gegen Barzahlung.