Thomas Förster

Herbergseltern verlassen Hargard

Thomas und Sieglinde Ritter aus Monschauer Jugendherberge verabschiedet

Bilder
Ludwig B. Lühl, Vorsitzender des Deutsches Jugendherbergswerk Landesverband Rheinland e.V., zollte den scheidenden Herbergseltern, Thomas und Sieglinde Ritter, die viele Jahrzehnte auf Hargard gewirkt haben, seinen Respekt.

Ludwig B. Lühl, Vorsitzender des Deutsches Jugendherbergswerk Landesverband Rheinland e.V., zollte den scheidenden Herbergseltern, Thomas und Sieglinde Ritter, die viele Jahrzehnte auf Hargard gewirkt haben, seinen Respekt.

Foto: Thomas Förster

Imgenbroich (fö). Als Thomas Ritter erstmals die Jugendherberge Hargard betrat, hatte sie nicht einmal einen Kanalanschluss. Das war im Jahr 1978, als er dort seinen Zivildienst leistete. Fast 45 Jahre später verlässt Thomas Ritter gemeinsam mit seiner Frau Sieglinde das Haus, das nicht nur für ihn Arbeits- und Wirkungsstätte, sondern für seine ganze Familie Heimat war.

Am 17. Mai 1981 wurde er gelernte technische Zeichner als Herbergshelfer eingestellt, 1986 übernahm Ritter als Herbergsvater die Leitung der Jugendherberge zwischen Imgenbroich und Menzerath. »Das Engagement der Eheleute Ritter ist im DJH Rheinland einzigartig«, unterstreicht Ludwig B. Lühl, Vorsitzender des Deutschen Jugendherbergswerks Landesverband Rheinland. Denn auch Sieglinde Ritter, die eigentlich eine gelernte Gärtnerin war, trat 1993 ihrem Ehemann als Hauswirtschafterin zur Seite und unterstützte ihn ab Juni 1994 in der Hausleitung.

»Sie haben dem Haus einen persönlichen Stempel verliehen und durch ihre gelebte Gastfreundschaft zu einem der attraktivsten Standorte im ganzen Rheinland gemacht«, lobt Lühl.

»Nicht nur die Gäste von außerhalb nahmen dieses Haus positiv wahr; auch die Menschen hier vor Ort wissen die Jugendherberge als guten Nachbarn und spürbaren Wirtschaftsfaktor zu schätzen«, führt der DJH-Vorsitzende im Rheinland aus. Gemeinsam mit den benachbarten Herbergen haben man einen »Eifelprospekt« entwickelt und Wanderringe für Schulklassen initiiert. »Weil wir stets gut zusammengearbeitet haben, nicht neidisch aufeinander waren, sondern gemeinsam ein attraktives Angebot schaffen wollten«, versichert Thomas Ritter, der mit Ehefrau Sieglinde nun in den Ruhestand tritt.

Auch grenzübergreifend waren die Herbergseltern aktiv. Das Projekt »Euregio- Treffpunkt Europas« mit Stationen in Aachen und Monschau wurde aus der Taufe gehoben und durch die Tatkraft der Ritters wurde Hargard zu der am häufigsten gebuchten Station dieses Programms.

»Ganz in unserem Sinne wollten sie nicht billige Betten vermarkten, sondern waren ein verlässlicher Partner, der etwa auch auf die Wünsche und Bedürfnisse der Lehrer eingegangen sei.«, so Lühl. Das besondere Engagement sei wieder spürbar geworden, als man 2014 Flüchtlingsfamilien aufnahm und einen dringenden Umbau davür aufschob. Dieser wurde dann 2016 realisiert und die schwierigen Zeiten der Corona-Pandemie habe das Ehepaar nicht entmutigt.

Nun seien die Auftragsbüchern wieder voll und man übergebe dem Nachfolger Axel Hartmann, der bislang die Jugendherberge in Rurberg leitete, ein intaktes und professionell organisiertes Haus.

www.jugendherberge.de/jugendherbergen/monschau-hargard-456/portraet/