Thomas Förster

Idyllische Fotos aus einem zerstörten Land

Ilija Cheban muss mit seiner Mutter aus der Ukraine fliehen und darf nun eindrucksvolle Fotos in Monschau ausstellen - möglich gemacht von Inga Aramonova, einer gebürtigen Russin.
Bilder

Monschau (Fö). Wenn eine gebürtige Russin einem jungen Ukrainer die Gelegenheit gibt, in Monschau seine Fotos auszustellen, dann ist das wohl gelebte Gastfreundschaft. Und genau das tut Inga Aramonova, die ein altes Fachwerkhaus in Monschaus Altstadt erworben hat.

Seit 2002 lebt Inga Artamonova in Deutschland, ist heute als Chirurgin in Köln tätig und verbringt jede freie Minute mit ihrer Familie in der Eifel. Über Bekannte wurde sie auf die Flüchtlingsfamilie aufmerksam, bot ihr Ferienhaus an und war sofort vom Talent von Ilija Cheban begeistert.
Der 17-Jährige ist mit seiner Mutter und einem jüngeren Bruder aus seiner vom Krieg erschütterten Heimat in der West-Ukraine geflohen und hat in Hechelscheid eine neue Bleibe gefunden. Fotografieren ist seine Leidenschaft und das sieht man in den Werken, die im Erdgeschoss des Fachwerkhauses in der Eschbachstraße 8 zu sehen sind. »Seit fünf Jahren bereits fotografiere ich - schwerpunktmäßig Naturaufnahmen und Portraits«, erklärt der junge Künstler, der sich den Künstlernamen »Ilija Krylatyi« gegeben hat. Dies könnte man mit »Beflügelter« übersetzen.
Auch Werke seines Freundes Alex Beholder, der in der Ukraine ausharrt, wird er zeigen. »Wir wollen auch Bilder von der jetzigen Situation zeigen«, erklärt Artamonova, dass sich die Ausstellung stetig verändern soll und nicht davor Halt macht, Bilder des zerstörten Landes in Monschau zu zeigen.
Die Ausstellung »Spaziergang durch die Ukraine« ist am Wochenende geöffnet, der Eintritt ist frei, der junge Fotograf sammelt jedoch Spenden für seine Heimat. Spenden kann man auch via PayPal: