Impfen in die regionale Hand geben?

Warum wurde nicht mit einer festen Termin vergabe zum Impfen gegen das Corona-Virus eingeladen? »Das frage ich mich seit ein paar Tagen auch«, gesteht NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Und damit scheint Bewegung in die Diskussion um Impfzentren zu kommen.
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Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier ärgert sich über die Impfstrategie und hat Probleme bei der Kontaktnachverfolgung bei Infektionen ausgemacht: Bürger seien aus Angst vor Bußgeldern nicht ehrlich. Foto: Pixabay

Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier ärgert sich über die Impfstrategie und hat Probleme bei der Kontaktnachverfolgung bei Infektionen ausgemacht: Bürger seien aus Angst vor Bußgeldern nicht ehrlich. Foto: Pixabay

 Es gibt viel Kritik an der Impfbeschaffung der EU, der Impfstrategie des Landes und den Modalitäten der Terminvergabe. Das spüren die große Politik ebenso wie die Entscheidungsträger vor Ort. Schließlich bezeichnete NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann im WDR die vergangene Woche als härteste in seinem politischen Leben. Und auch Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier hat seinem Ärger Luft gemacht: » Mich erreichen hunderte Beschwerden über die Vergabe der Impftermine, die alle völlig berechtigt sind. Leider dürfen wir - also die Kreise und kreisfreien Städte - so ziemlich alles in dieser Pandemie organisieren, aber nicht die Impfungen.« Auch manche CoronaschutzMaßnahme kritisiert Grüttemeier als nicht alltagstauglich: »Aus Angst vor Bußgeldern nennen uns die Leute nicht mehr alle Kontakte. Das ist für die Bekämpfung der Pandemie viel schlimmer als die Frage, ob sich jemand mehr als 15 km von zu Hause weg bewegt hat.« Personen ab 80 Jahren können sowohl online (www.116117.de) als auch telefonisch (0800/116 117-01) Impftermine buchen. Bei der jeweiligen Buchung bekommt man automatisch einen Termin für die Zweitimpfung im Abstand von drei Wochen. »Eine Terminvereinbarung ist weder bei der StädteRegion Aachen noch im Impfzentrum möglich«, stellt Pressesprecher Detlef Funken klar. Das NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales hat ein Bürgertelefon zur Corona-Schutzimpfung eingerichtet: Tel.  0211/9119-1001. Unter www.corona-schutzimpfung.de ist zudem ein erweitertes Informationsangebot abrufbar, das bundeseinheitliche Infos rund um die Schutzimpfung bereithält. »Was hier vor Ort geregelt werden kann, läuft bestens«, unterstreicht auch Micha Kreitz, Chef der Monschauer CDU und seit Herbst Mitglied im Städteregionstag. »Ob es um die Kontaknachverfolgung durch das Gesundheitsamt geht, um die Einrichtung des Impfzentrums oder gezielte Aufklärung und regelmäßige Information in der Sache: Dr. Michael Ziemons und sein Team machen eine hervorragende Arbeit.«
»Bei allem Respekt, wenn wir das organisieren würden, dann würde das laufen«, versichert auch der Städteregionsrat. »Das vielfältige Bemühen in den letzten beiden Monaten von StädteRegions-Spitze, Landkreistag und auch mir selber, die derzeit gültigen Voraussetzungen zu verändern, scheint jetzt langsam bei den Entscheidungsträgern anzukommen«, hofft Kreitz. So habe bereits ein niedergelassener Arzt seine leerstehende Praxis als Impfzentrum angeboten, damit nicht alle Bürger zur Aachener Eissporthalle fahren müssen. Bis dahin engagieren sich Eifeler Ehrenamtler und unterstützen ältere Menschen bei der Suche nach einem Impftermin und bieten Fahrdienste zum Impfzentrum an. So etwa die »Roetgener Helfer« oder die Monschauer CDU: »Wir haben einen Fahrdienst ins Leben gerufen, um zumindest die Zeit zu überbrücken, bis wirklich in Arztpraxen geimpft werden kann«, erklärt Micha Kreitz.

Fahrdienst zum Impfen

Der CDU-Stadtverband Monschau hat beschlossen, einen Fahrdienst zum Impfzentrum nach Aachen anzubieten. Wer also selber betroffen ist oder im Familien-/Bekanntenkreis Impfwillige hat, die diesen kostenlosen Fahrdienst unter entsprechenden Hygiene-Regeln in Anspruch nehmen möchten, kann sich jederzeit an den Schatzmeister der Monschauer CDU, Heinz-Hermann Palm, wenden. Er koordiniert den Fahrdienst und übernimmt mit weiteren Helfern auch selber die Fahrten: Tel. 0172/6461632. Die »Roetgener Helfer« bieten den älteren Menschen Hilfe bei der Anmeldung zu Impfterminen sowie bei Bedürftigkeit oder in Notfällen einen Fahr- und Begleitservice zu den Impfterminen an. Kontakt unter Tel. 02471/921221 (Anrufbeantworter). Bitte Name und Telefonnummer zur Abstimmung hinterlassen.
Die »Roetgener Helfer« stehen weiterhin für Einkäufe und sonstige Hilfeleistungen zur Verfügung.