Jugendliche Homestories auf großer Bühne

Was ist Heimat? Wofür brenne ich? Die Suche nach Heimat, Sehnsucht und Individualität können junge Menschen in der Region künstlerisch ausleben. Dafür wird ein Kulturfestival geschaffen, das den Namen »Rampenfieber« trägt.
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Die Macher des Jungen Kulturfestivals »Rampenfieber« freuen sich auf viele Begegnungen und tolle Homestories quer durch die Region Aachen. Foto: T. Förster

Die Macher des Jungen Kulturfestivals »Rampenfieber« freuen sich auf viele Begegnungen und tolle Homestories quer durch die Region Aachen. Foto: T. Förster

2000 Teilnehmer zwischen acht und 18 Jahren sowie mehrere Tausend Zuschauer erwarten die Macher des »Rampenfiebers«, wenn das Kulturfestival im Mai und Juni 2020 quer durch die Region zieht. Spielorte für Musik, Tanz, Theater und bildende Kunst werden Vogelsang IP, die Stadthalle Heinsberg, das »Haus der Stadt« in Düren« sowie das Aachener Ludwig-Forum sein. »Kunst, die im Stillen entsteht, sich aber umso lautstarker Gehör schaffen will, wollen wir präsentieren«, erklärt Albert Moritz. Bildende Kunst umfasst Film, Fotografie, aber auch Malerei. Wer so eine Homestory erzählen möchte, der möge sich per E-Mail an kunst@rampenfieber.eu wenden.

Tanz, Theater, Musik und Bildende Kunst

Die Sparte Theater, die im Aachener Ludwig-Forum beheimatet ist, soll Schülern eine Präsentationsform für »besondere« Produktionen bieten. Ein weiteres Ziel ist, die Beteiligten in Kontakt zu bringen und somit den Kontakt untereinander zu fördern. »Mit Theaterspielen können sich junge Menschen zusammen ästhetisch erproben. Wer Theater spielen kann, kann auch gut Mathe«, ist Olaf Müller (Leiter Kulturbetrieb Stadt Aachen) überzeugt. Markus Terodde (Bildungsdezernent der Städteregion Aachen) weiß aus den Schultheatertagen, dass die Erfahrung, auf professionellen Bühnen zu stehen, den Weg ebnet zu kulturellen Angeboten: »Wer vor einem Theater steht, geht noch lange nicht hinein.«
Egal, ob Band, Chor oder Solo-Rapper: Dem Thema »MusiK« hat sich die Kreis Heinsberg verschrieben, der mit bekannten Musikschulen und einem Gitarrenfestival für Furore sorgt.

Gefühle in Musik fassen

Die Teilnehmer sollen sich austauschen und gemeinsam Ideen entwickeln, wie man musikalisch ausdrückt, wo man sich wohlfühlt, für was man sich vor der Haustüre interessiert oder was die junge Generation in der Region ausmacht. Im Kreis Düren macht man sich seit einigen Jahren in Sachen »Tanz« stark. Kreisdirektor Georg Beyß hat in seiner Kindheit Projekte wie dieses vermisst, die Kinder und Jugendliche für Kultur begeistern. »Insbesondere der Tanz fördert das eigene Körpergefühl, bietet nonverbale Kommunikation und Gruppendynamik.« Die überregionale Spartenzuordnung hat den zusätzlichen Effekt, dass sich die jungen Akteure, aber auch Zuschauer, innerhalb der Region Aachen bewegen und ihren Aktionsradius erweitern. Außerdem sollen sich die Schüler auf diesem Weg neue Zugänge zu kulturellen Einrichtungen, aber auch zu bislang weniger beachteten Kultursparten erschließen. »Im Zentrum steht die Begegnung der Kinderund Jugendlichen. Es geht uns um das Miteinander«, so Jutta Kröhnert von der Aachener Kultur- und Theaterinitiative (AKuT).

Infos und Workshops

Die Kosten für das Festival liegen bei 190.000 Euro. 50 Prozent werden aus Fördermitteln der »Regionalen Kulturpolitik« des NRW-Kulturministeriums finanziert. Infoveranstaltungen für die Schulen in der Städteregion Aachen sowie den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg finden noch vor den Sommerferien statt.  Die ersten Workshops für Schüler, Lehrer, Ateliers und Lectures, bei denen sich die Akteure begegnen, austauschen und zusammen Dinge erarbeiten, finden im frühen Herbst statt. Ein besonderes Highlight wird der Abschluss des Festivals Mitte 2020 im Depot in Aachen werden, wo ein »Best of« aller Sparten präsentiert wird.