Karnevalisten zwischen Pandemie und Flut

Keinem Vertreter der acht Karnevalsvereine aus der Nordeifel war nach lauten Alaaf-Rufen zumute, als man sich im Kesternicher Dorfgemeinschafthaus zu einer »Lageanalyse« für die nächste Session traf.
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Geprägt von Pandemie und Flutkatastrophe tauschten sich die Karnevalsvereine der Nordeifel im Kesternicher Dorfgemeinschaftshaus zu ihren Planungen für die nächste Session aus. Foto: Hoffmann

Geprägt von Pandemie und Flutkatastrophe tauschten sich die Karnevalsvereine der Nordeifel im Kesternicher Dorfgemeinschaftshaus zu ihren Planungen für die nächste Session aus. Foto: Hoffmann

Die Stimmung auf der Versammlung, die auf Initiative vom Stammtisch Eifeler Karnevalisten zustande kam, war von steigenden Pandemiezahlen und der Flutkatastrophe geprägt. Die Vereine hängen bei ihren Planungen für kommende Veranstaltungen in der Luft. Rainer Hütten, Präsident der KG Roetgen, brachte es auf den Punkt: »Wir sind quasi im Standby-Modus.« Am Tor zur Eifel hat man sich auch noch nicht festgelegt, ob es in Rüetsche Tollitäten geben wird. Angesichts der ungewissen Pandemieentwicklung hat man sich laut dem Vorsitzenden Ralf Kauper ein Zeitfenster gesetzt. »Wir warten bis November mit einer letztendlichen Entscheidung, was in der nächsten Session bei uns möglich ist.« Bei den Höfener Biebesse schlägt man einen anderen Weg ein. Vorsitzender Jochen David: »Wir haben uns entschlossen, zunächst einmal so zu planen, als ob Karneval wie gewohnt stattfinden kann.« David räumte jedoch auch ein, dass die Suche nach Tollitäten wie bei anderen Vereinen momentan ein Problem sei, da man letztlich Interessierten keine Zusage geben könnte, dass eine Proklamation stattfinden kann. Stefan Haas, Vorsitzender der Simmerather Sonnenfunken, die stets als erste im November in die Session einsteigen, stellte gleich zu Beginn mit Blick auf die vielen Risiken klar: »Bei uns ist aufgrund der ganzen Unwägbarkeiten kein Prinz vorgesehen. Wenn es die Situation zulässt wollen wir einfach Karneval feiern.« Für die Galasitzung in der Simmerather Dreifachhalle sind laut Michael Haas die Künstler vorgesehen, die im letzten Jahr auftreten sollten. »Wir fangen ohne Prinz wieder klein an - wenn es möglich ist.«

3 G´s und zerstörte Karnevalswagen

Auch die Kesternicher Lehmschwalbe sind in die Planungsphase eingetreten. Präsident Guido Lennartz: »Alle Künstler wissen Bescheid, der Zeltwirt steht bereit und was die Tollität angeht, schauen wir, ob sich jemand findet.« Vorsitzender Rolf Schneider wies zudem darauf hin, dass man für die Veranstaltungen bei den Lehmschwalbe den Eintritt mit »3G-Nachweis« angedacht habe. Marc Topp, Vorsitzender der Rollesbroicher Klev Botze, sprach ebenfalls Zutritt für Genesende und Geimpfte an, was jedoch noch nicht abschließend geklärt sei. »Natürlich wird es auch bei uns problematisch, wenn wegen politischer Vorgaben nur eine bestimmte Zahl von Besuchern zugelassen wird. Ansonsten stehen die Künstler für unsere Veranstaltungen bereit. Wir haben alles durchgetacktet und planen gegebenenfalls auch ohne Tollität.« Uwe Zisowski von den Ruscher Breybrobbele aus Einruhr hat da keine Probleme, da die Tollität der letzten Session weiterhin zur Verfügung steht. Die 3-G-Regelung steht auch in Einruhr zur Disposition. Darüber hinaus ist die KG auch von der Flutkatastrophe betroffen. »Unsere Karnevalswagen, die im Oleftal standen, sind schlicht und einfach abgesoffen«, so Zisowski. Was Prinzen angeht, hat man in Lammersdorf keine Probleme. Vorsitzender Wolfgang Johnen hat hierzu Kandidaten bis 2029 auf seiner Liste stehen. Durch den letztjährigen Ausfall planen die Karnevalsfreunde mit einer Doppelspitze aus Prinzessin (2020) und einem neuen Prinzen nebst zwei Elferräten. Ansonsten sollen alle Veranstaltungen des Vereins von Fettdonnerstag bis Rosenmontag durchgeführt werden. Der dienstälteste Präsident der Region (40 Jahre), Bruno Nellessen von den Rurberger Kiescheflitschern, teilte mit, dass man bisher noch keine Tollität habe. Bezüglich der im letzten Jahr verschobenen Jubiläumssitzung, die nun am 18. September stattfinden soll, hänge man allerdings aufgrund verschiedener Dinge noch in der Luft. Hier soll nun kurzfristig eine Entscheidung fallen. Auf Vorschlag des Stammtischs Eifeler Karnevalisten wollen die Vereine sich nun im Oktober nochmals zu einem Meinungsaustausch treffen, um dann aufgrund der aktuellen Lage die weiteren Planungen für die nächste Session zu besprechen.