Thomas Förster

"Dibber" übernimmt die AWO-Kita Lummerland in Roetgen

Keine Erzieher, keine Betreuung: In der Kita Lummerland in Roetgen muss jedes zweite Kind zu Hause bleiben - derweil steht aber die Übernahme der Trägerschaft der KiTa"Lummerland" in Roetgen: Neuer Träger "Dibber" folgt auf AWO.

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71 Kinder könnten die Kindertagesstätte »Lummerland« in Roetgen besuchen. Aus Personalmangel kann seit April aber nur die Hälfte der Kinder tatsächlich betreut werden. Im Sommer soll dann "Dibber" die Trägerschaft übernehmen.

71 Kinder könnten die Kindertagesstätte »Lummerland« in Roetgen besuchen. Aus Personalmangel kann seit April aber nur die Hälfte der Kinder tatsächlich betreut werden. Im Sommer soll dann "Dibber" die Trägerschaft übernehmen.

Foto: Thomas Förster

Roetgen (Fö). »Es scheitert nicht an Finanzen, sondern schlicht am Personal«, hat Guido Dohmen, stellvertretender Geschäftsführer des Kreisverbandes Aachen-Land der Arbeiter-Wohlfahrt, die die Kindertagesstätte »Lummerland« betreibt, bereits vor rund zwei Jahren festgestellt. Damals musste die so genannte »Randzeitenbetreuung« in der Kita an der Roetgener Hauptstraße eingeschränkt werden.

Nun aber muss rund die Hälfte der Kinder jedoch ganz zu Hause bleiben. Seit Montag sind nur noch zwei der vier Gruppen mit ausreichend Personal besetzt. Für jeweils zwei Wochen gilt diese Maßnahme zunächst. Die kommissarische Einrichtungsleiterin Rosi Kolberg weiß um die Herausforderungen, die sie den betroffenen Eltern zumutet. Doch nur so sei eine Kündigung von Betreuungsverträgen zu vermeiden. »Wir können Ihnen nicht garantieren, dass diese Maßnahme Ende April beendet werden kann«, stellt sie bereits klar.

In den letzten Monaten gab es immer wieder Verkürzungen der Betreuungszeiten, Teilschließungen oder die dringende Bitte, die Kinder zu Hause zu betreuen, berichten betroffene Eltern. Davon sei nur ein Teil durch Corona-Erkrankungen bedingt gewesen.

Bereits Ende 2021 hat die AWO den Eltern mitgeteilt, dass sie einen Trägerwechsel zum neuen Kindergartenjahr anstrebt. Die Städteregion Aachen hat sich nun für »Dibber« entschieden, der führende skandinavische Anbieter für Betreuungs- und Bildungseinrichtungen weltweit, der deutschlandweit zwei Dutzend Kindertagesstätten führt (www.dibber.de).

Zum 1. August 2022 wird sie von der „Dibber gGmbH“ unter dem neuen Namen „Dibber KiTa Hauptstraße“ übernommen. Die StädteRegion Aachen hat dem neuen Träger nach Durchführung eines Interessenbekundungsverfahrens jetzt den Zuschlag erteilt. „Im Ergebnis hat Dibber in fachlicher und finanzieller Hinsicht das beste Angebot vorgelegt. Ich freue mich, dass so die Trägervielfalt in Roetgen weiter gestärkt wird,“ sagte der Leiter des Amtes für Kinder, Jugend und Familie der StädteRegion Aachen, Sebastian Heyn.

Der Trägerwechsel ist dem Elternrat schon mitgeteilt worden. Gemeinsam mit dem Elternrat und der AWO hat es zudem einen Termin gegeben, bei dem Einigkeit bestand, dass für alle Kinder auch in der Übergangszeit bis zum August eine „möglichst durchgehende, bestmögliche Betreuung sichergestellt werden soll“.

Die KiTa an der Hauptstraße hat 75 Betreuungsplätze und ihren Schwerpunkt in der gemeinsamen Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung (Inklusion) im Alter ab einem Jahr bis zum Schuleintritt. „Wir danken dem bisherigen Träger AWO-KiSA gUG für die langjährige Zusammenarbeit und respektieren die Entscheidung, die Trägerschaft der KiTa aus personalwirtschaftlichen Gründen in neue Hände zu geben“, so Heyn.

 Die StädteRegion hat bei der Auswahl neben pädagogischen Aspekten auch gewürdigt, dass der neue Träger Erfahrungen mit der Übernahme von Einrichtungen hat und erfolgreich darin ist, Personal für seine Einrichtungen zu gewinnen.

In Deutschland betreibt Dibber aktuell 22 Standorte für rund 1.190 Kinder mit 386 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und kann auf eine über 13-jährige Erfahrung im Aufbau, im Betrieb und in der Übernahme von Kindertagesstätten blicken.

Ob damit auch der Personalmangel ein Ende hat, ist jedoch fraglich.