Schwan sitzt fast auf dem Trockenen

Einsam dümpelt er im Höfener Weiher - doch daran scheint er sich schon gewöhnt zu haben. Die Wasserknappheit im Betonbecken macht dem Schwan jedoch zu schaffen.
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Davon jedenfalls sind Sandra Schmiddem und viele Höfener Bürger überzeugt. Die engagierte Frau, die sich seit rund einem Jahrzehnt um das zweite tierische Aushängeschild des Bundesgolddorfes - neben dem Biebess (Schmetterling) natürlich - kümmert, sorgt sich um den Schwan. Sie füttert das gefiederte Tier mit Körnern oder Salat, schaut am Weiher nach dem Rechten und unternimmt auch Besuche beim Tierarzt. »Seit vielen Jahren schon verliert der Weiher immer wieder Wasser«, weiß Schmiddem. Doch so extrem wie aktuell sei es noch nie gewesen. »Grund für das fehlende Wasser war eine undichte Stelle im Weiher«, stellt Höfens Ortsvorsteher Heinz Mertens klar. Die sollte kürzlich schon behoben sein und die Höfener Feuerwehr ließ 40.000 Liter Wasser in das Becken einlaufen. Vergebens! Die Sanierung der direkt am Weiher entlang verlaufenden Hauptstraße habe für eine Reduzierung des Grundwassers gesorgt, das den Weiher speist. Zudem mache die extreme Trockenheit auch dem Zufluss des Schwanenweihers zu schaffen. Eine weitere Überprüfung durch Sachverständige ließ nun ein Leck am Übergang zum kleinen Weiher, der schon längere Zeit trocken liegt, vermuten. Mitarbeiter des städtischen Bauhofs haben dort eine kleine Mauer errichtet, damit sich das Wasser im großen Weiher wieder stauen kann. Mertens: »Wir hoffen, dass damit das Problem gelöst wird.«

Neues Schwanenpaar kommt vorerst nicht

Im vergangenen Jahr ist der Lebenspartner des Schwans verstorben. Seither lebt er allein im Höfener Weiher. »Er ist rund 18 Jahre alt und kann nicht einfach umgepflanzt werden. Das ist wie beim Menschen auch«, erklärt Heinz Mertens. In einer neuen Gruppe würde das Tier, dem die Flügel gestutzt wurden, damit er nicht davonfliegt, nicht akzeptiert. Auch ein neues Paar als Gesellen anzusiedeln, scheint schwierig. »Von diesen Überlegungen sehen wir ab, solange der alte Schwan noch da ist«, versichert Mertens. Seine Lebenserwartung liegt bei etwa 20 Jahren. »Er würde auch Wasserpflanzen fressen, aber das ist in einem Betonbecken wohl kaum möglich«, kritisiert Sandra Schmiddem, das sich generell etwas am Weiher ändern müsse. Die Pumpe, die ein Wasserspiel speist, sei schon vor Jahren demontiert worden. »Der Weiher soll - auch touristisch - ein Aushängeschild für Höfen sein. So ist er es sicher nicht«, meint Schmiddem, die direkt neben dem Weiher wohnt.

Schmetterlingspark

Auch die Pläne für ein Schmetterlingsbiotop und grünem Park am Weiher scheinen noch in weiter Ferne. Die Biologische Station der Städteregion Aachen soll sich darum kümmern. Auf der großen Wiese hinter dem Weiher ist derzeit Heu aufgestreut, das nicht nur die Erde vor der Trockenheit schützt, sondern auch Grassamen aus dem Perlbachtal enthält, die abfallen und für eine neue Grünfläche sorgen sollen. Vor den Schönheitsarbeiten müsse noch einige Arbeit für die Infrastruktur erledigt werden. So sollen Stromleitungen verlegt werden, um das Problem der defekten Lampen zu beheben und auf Wunsch des gegenüberliegenden Nationalparktores barrierefreie Wege angelegt werden. Auch die Kinder der Grundschule sollen ins Naturprojekt eingebunden werden.