Klaus Desinger

Sekten-Guru nach Schießerei in Karibik festgenommen

Von einer »gefährlichen religiösen Sekte« ist die Rede, von Organhandel und einer blutigen Schießerei in der Karibik - mit Todesfolge.

Es hört sich an, wie Szenen aus einem Kriminalroman, einer Räuberpistole. Doch die Geschichte eines aus Meisenheim stammenden Sektengründers ist traurige Wirklichkeit. Nach einem tödlichen Feuergefecht sitzt der Sektengründer Peter Brunck (61) in Untersuchungshaft in der Karibik. Auch sein Sohn und eine deutsche Frau seien vorläufig hinter Gitter gebracht worden. Dem Meisenheimer und  der Frau wird vorgeworfen, am vorigen Mittwoch während einer Razzia auf Polizisten geschossen zu haben. Die Schießerei habe eine Stunde gedauert und sich im Ferienparadies Sosúa in der Dominikanischen Republik, 210 Kilometer nördlich der Hauptstadt Santo Domingo zugetragen. Dabei war ein Deutscher getötet und drei Polizisten verletzt worden. Die Deutschen sollen dem Vernehmen nach zu der von Brunck gegründeten Sekte »Akademie für zukünftige Gesundheit« gehören. Diese sagt gerne einmal Katastrophen voraus oder erwartet auch den Besuch von Außerirdischen. Das Gelände in dem Ferienort war gut bewacht. An der Razzia, an der auch Interpol beteiligt gewesen sein soll, wurden schwere Waffen gefunden, ein Krankenwagen und ein gepanzerter Jeep beschlagnahmt. Brunck stritt ab, dass ihm die Fahrzeuge gehören. Auch habe er nicht auf Ordnungskräfte geschossen. Die Polizei wollte das Areal durchkämmen, nachdem sich laut örtlichen Medienberichten Nachbarn beschwert hatten und ebenso Anschuldigungen wegen Umweltvergehen vorlagen. Staatsanwalt Alba Nunez Pichardo dementierte jedoch Gerüchte,  die im Internet kursieren, nachdem Die Sekte Verbindungen zum Organhandel habe. Die Sektenjünger sind unter dem Kürzel AFFH bekannt, »Academy for Future Health«. Im Netzt wird Brunck auf deren Seiten als Referent vorgestellt, berate seit mehr als 20 Jahren Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft, pflege Kontakte in die höchsten internationalen Ebenen. In Meisenheim lebte Brunck eher zurückgezogen. Die Schwester des 61-jährigen Immobilienhändlers lebt noch heute in der Glanstadt, habe ihren Bruder Medienberichten zufolge aber schon ewig nicht gesehen.  Vor zwei Jahren habe er sie auf sein Anwesen in der Karibik eingeladen, sie habe aber abgesagt. Daraufhin sei er wohl »eingeschnappt« gewesen und  sie habe nichts mehr von ihm gehört.  Peter Brunck wuchs in Meisenheim auf, besuchte die Volksschule und machte eine Lehre zum Orthopädiemechaniker. Er wohnte auch einige Zeit in der Eifel. Später zog er nach Afrika, bevor er in die Karibik übersiedelte und wo er in der von ihm gegründeten Weltuntergangssekte heute noch aktiv sein soll.