Thomas Förster

Umweltfreundlich heizen am FGV CO2 sparen leicht gemacht

»Es ist die größe Pelletanlage, die wir gebaut haben«, ist Carsten Henn stolz. Die Bad- und Heizungsgestalter »Haas« aus Simmerath, deren Chef er ist, haben die neue umweltfreundliche Heiztechnik am Franziskus-Gymnasium installiert.
Bilder
Vertreter von Franziskanern und Stadtwerke Düren bei der Inbetriebnahme der umweltfreundlichen Heiztechnik.

Vertreter von Franziskanern und Stadtwerke Düren bei der Inbetriebnahme der umweltfreundlichen Heiztechnik.

Foto: Polis

Vossenack (Fö). »Der Schulkomplex ist in den letzten Jahren sukzessive energetisch saniert worden etwa durch neue Fenster oder Dämmung des Daches«, weiß Rolf Polis. Er ist seit Juli Geschäftsführer Franziskus-Stiftung und damit Nachfolger des ehemaligen Leiters de Franziskus-Gymnasiums Vossenack, Pater Peter Schorr. »Die Ölkessel sind Jahrgang 1975 und es war schon über zehn Jahre klar, dass wir die Heizung erneuern und Energie einsparen müssen«, weiß Polis. Doch es scheiterte am nötigen Kleingeld. Dafür hat sich die Franziskus-Stiftung nun die Stadtwerke Düren mit ins Boot genommen, die das 17000 Quadratmeter große Areal nun mit einer Holzpellet-Anlage versorgen.
 
Anfang 2020 wurde mit den konkreten Planungen begonnen, Anfang 2021 begann dann die Karl Haas GmbH & Co. KG mit Aufbau und Montage der Pelletanlage zwischen Kolsterkirche und Internatsgebäude. Im Keller ersetzen fünf Pufferspeicher mit einem Fassungsvermögen von jeweils 5000 Liter die alten Ölkessel. Die neue Anlage mit einer Leistung von 800 Kilowatt deckt den jährlichen Energiebedarf von fast 1,5 Millionen Kilowattstunden umweltschonend und energieeffizient. Bislang waren 200.000 Liter Öl erforderlich, um den ursprünglichen Verbrauch von rund 2 Millionen Kilowattstunden pro Jahr sicherzustellen.
 
Wärme durch Sägewerk-Abfall erzeugt
 
Zwei Holzpelletkessel mit einer Gesamtleistung von 800 Kilowatt wurden auf dem Gelände des Franziskusareal in Containerbauweise errichtet. Über ein Fallrohr rieseln die 25 Millimeter kleinen Pellets je nach Bedarf in die beiden Kessel. Mithilfe eines Heißluftföhns werden die kleinen Holzstückchen dort zum Brennen gebracht. Ist der Brand einmal entfacht, werden die nachfolgenden Holzpellets nur noch nachgeschoben. Das Feuer erhitzt das Heizungswasser auf eine Temperatur von 80° Grad. Durch eine 30 Meter lange Fernwärme-Leitung wird dieses in die Gebäude geleitet und versorgt das Areal mit Wärme für Heizung und Warmwasser. Aktuelle Daten zur Anlage und deren Leistung sind aus der Ferne sekundengenau abrufbar. Im Bedarfsfall ist eine Steuerung über mobile Endgeräte möglich.
 
Die Anlage besitzt 54 Tonnen Lagervolumen für Holzpellets und einen Pufferspeicher für erhitztes Wasser von insgesamt 25.000 Litern. Mit 335 Tonnen Holzpellets wird der jährliche Energiebedarf von 1,5 Millionen Kilowattstunden für den Franziskus-Komplex gedeckt. »Der CO2-Ausstoss wird deutlich reduziert und unsere Wärmeversorgung kostengünstiger, was uns in der Entscheidung für die neue Anlage bekräftigt hat«, so Polis. »Für den Betrieb von Pelletanlagen wird kein Baum in Deutschland gefällt, sie sind Abfälle von Sägewerken«, weiß Carsten Henn. Daher glaube er auch nicht an einen rasanten Anstieg des Preises wegen der Holzknappheit. Und da auch eine Photovoltaikanlage mit rund 900 Solar-Panele auf dem Dach des Gymnasiums installiert wurde, wird der Jahresbedarf an Wärmeenergie und Strom auf dem Gelände des Franziskaner-Komplexes nun bilanziell CO2-neutral gewonnen.
 
Holzpellets verbrennen CO2-neutral. Das bedeutet, dass bei der Verbrennung von Pellets nur die Menge an Kohlendioxid (CO2) freigesetzt wird, die das Holz im Laufe seines Wachstums aufgenommen hat. Damit schließt das Heizen mit Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung den CO2-Kreislauf. Hinzu kommen pro Kilowattstunde (kWh) 22 g CO2, die bei der Herstellung der Pellets entstehen und in der Klimabilanz zu berücksichtigen sind.
 
Bei Heizöl entstehen pro kWh Wärme 318 g und bei Erdgas 247 g CO2. Deshalb leistet Heizen mit Pellets einen Beitrag zum Klimaschutz.
 
Mehr auf www.depi.de


Meistgelesen