Von der Eifel in die weite Welt

Die ganze Welt - zumindest die Sportbegeisterten - schaut in diesen Tagen nach Südkorea. Dort, wo gerade die olympischen Spiele stattfinden, hat Mario Rüttgers sein Glück gefunden: Beruflich und privat!
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Mario Rüttgers zeigt seiner Familie aus der Eifel die neue Heimat: Hier hat der Wahl-Koreaner den Mudeung-Berg bei Gwangju im Westen der koreanischen Halbinsel bestiegen. Foto: Privat

Mario Rüttgers zeigt seiner Familie aus der Eifel die neue Heimat: Hier hat der Wahl-Koreaner den Mudeung-Berg bei Gwangju im Westen der koreanischen Halbinsel bestiegen. Foto: Privat

 »Es ist alles anders hier - die Sprache, die Kultur, die Gesellschaft. Und doch habe ich den Schritt noch keinen Tag bereut.« Der gebürtige Eicherscheider Mario Rüttgers hat den Schritt in ein großes Abenteuer gewagt und ein ganz neues Leben in Südkorea begonnen. Das war im Sommer 2015 - heute ist er glücklicher Ehemann und Familienvater. Mit Frau Mira und der im Dezember geborenen Tochter Nara lebt der 32-Jährige in Pohang an der Ostküste der koreanischen Halbinsel. Alles begann mit einem Auslandsstudium an der »Huazhong University of Science and Technology« im chinesischen Wuhan, das der Maschinenbau-Bachelor von März 2013 bis Juni 2014 absolvierte. Er lebte in einem Wohnheim und lernte Mira kennen, die dort ihren Master im Bereich internationaler Handel absolvierte. Man lernte sich kennen und lieben und als Mario Rüttgers nach Deutschland zurückkehrte, folgte ihm seine Partnerin. Doch schon bald vermisste sie ihre Heimat. »Frauen in ihrem Alter stehen in Korea unter hohem gesellschaftlichen Druck«, erinnert sich Mario Rüttgers. Bildung ist wichtig, aber teuer. Und das müsse sich dann auch lohnen. »Ich hatte enge Kontakte zum Bereich Asien im International Office der RWTH Aachen und habe die Leiterin Korea, Bettina Dinter, nach Stipendien gefragt«, fasste der in der Eifel verwurzelte junge Mann schnell die Entscheidung, sein Glück in Südkorea zu versuchen.. Schließlich nutzte er das »„Korean Government Scholarship Program« - eineinhalb Jahr Vollzeit-Sprachkurs und anschließend zwei Jahre Masterstudium. »Die RWTH hat eine enge Verbindung zur POSTECH in Pohang«, weiß Rüttgers. Sie ist eine von drei Elite-Universitäten im Bereich Maschinenbau und hat dort einen vergleichbaren Stellenwert wie das Aachener Institut in Deutschland.

Jobangebot aus China

Zuvor jedoch nutzte der Student jedoch noch ein Jobangebot in China, wo er an der Summer School der Wuhan Universität in China den Kurs »Grundlagen der Makroökonomie« einen Monat lang unterrichtete. Ein Jahr lang lernte er dann im koreanischen Gwangju an der Westküste die Muttersprache seiner neuen Heimat und zog schließlich mit Mira nach Pohang. Dort aber dann der Schock für den lebenslustigen Weltenbummler: »In Korea ist es üblich, dass man als Masterstudent für einen Professor in einem Institut arbeitet.« Er hatte gehofft, außerhalb der Vorlesungszeiten vieleicht zehn Stunden pro Woche forschen zu können. »Doch hier wird vielfach täglich bis zu 13 Stunden gearbeitet und samstags auch bis zum späten Nachmittag.«

Forschen für die koreanische Regierung

Sein Fleiß jedoch lohnt sich: »Ich entwickele gerade ein neuronales Netzwerk, das auf Basis von vergangenen Satellitenbildern den künftigen Verlauf eines Taifuns vorhersagen kann«, erklärt Rüttgers. Das Projekt ist von der koreanischen Regierung ins Leben gerufen worden. Rüttgers´ Model macht Vorhersagen zum Zentrum und zur Wolkenstruktur des Taifuns und soll damit mögliche Katastrophen früher erkennen können. Zudem untersucht der Eifeler in der asiatischen Ferne die Wirbelbildung bei der Umströmung von Fahrzeugen. »Ich simuliere, wie sich die erzeugten Wirbel beim Fahren auf den Luftwiderstand und Auftrieb auswirken, aber auch, wie die Schwingungen, die durch Wirbel verursacht werden, auf Lärmbildung und Fahrkomfort auswirken.« Das Fahrzeug wurde von der Technischen Universität München in Zusammenarbeit mit Audi und BMW entwickelt und zu Forschungszwecken zur Verfügung gestellt. So schließt sich der Kreis zur Heimat wieder. Im US-amerikanischen Denver konnte er seine Fortschritte in der Forschung vorstellen. »Der Schritt nach Südkorea war ein Wagnis, den ich aber - gerade auch wegen Mira - sehr gerne gegangen bin. Aber auch beruflich kann ich auf höchstem Niveau forschen und mich so weiterentwickeln.« Mehr zum Eifeler Jung in Fernost lesen Sie hier.

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