Wie gut sind Schwangere betreut?

Im Sommer sorgte sich eine ganze Region um den Fortbestand der geburtshilflichen Station in der Eifelklinik. Grund war ein Mangel an Hebammen. Mehr als ein Dutzend Geburtshelferinnen tun mittlerweile ihren Dienst im Simmerather Krankenhaus - der generelle Mangel an Hebammen hat sich jedoch nicht verändert. Und dabei ist Simmerath oder die Eifel kein Einzelfall.
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»Gut ausgebildete Hebammen sind unentbehrlich«, weiß Patrick Haas. Er lädt für den Stolberger Sozialausschuss am moriggen Donnerstag, 21. Februar, um 19 Uhr zu einer Pdoiumsdiskussion in den Zinkhütter Hof nach Stolberg, Cockerillstraße 90. »Hebammen betreuen Schwangere, bereiten sie auf die Entbindung vor und helfen bei der Geburt. Im Rahmen der anschließenden Wochenbett-Betreuung begleiten sie Mutter und Neugeborenes einschließlich des familiären Umfelds«, weiß Haas. »Die Rundum-Betreuung, wie sie früher in Simmerath praktiziert wurde, ist die Ausnahme«, weiß Hebamme Laura Graf. Bei ihr und ihren Mitstreiterinnen sei es selbstverständlich, die komplette Vorsorge außer Ultraschall zu übernehmen. Auch bei Schwangerschaftsbeschwerden oder Fehlgeburten stehe man Frau und Familie zur Seite. Bis zur zwölften Woche sollte man sich eine Geburtsbegleiterin suchen, rät Graf.

Eifel ist aktuell gut versorgt

Seit die Betreuung der Geburt auf mehrere Schultern verteilt sei, gebe es mehr Zeit für die Vor- und Nachsorge. »Der direkten Kontakt zu einer vertrauten Hebamme ist sehr wichtig und immer besser, als die Horrorszenarien an sich heran zu lassen, die beim Googeln zwangsläufig entstehen«, so Graf. Auch Massagen, Yoga, Akupunktur sowie Lasertherapien bieten viele Hebammen an, um mögliche Schwangerschaftsbeschwerden zu erleichtern. Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen will sich für eine gute Versorgung mit Hebammen bei der Geburt einsetzen. Mit Vertretern des Bethlehem-Krankenhauses Stolberg und der Hebammenschule Aachen wird diskutiert, welche Maßnahmen den bestehenden Hebammenmangel nachhaltig verbessern können.

Chat-Angebot der Krankenkasse

Dass es landesweit zu wenige Geburtshelferinnen gibt, haben auch die Krankenkassen festgestellt. »Viele Familien haben Schwierigkeiten, überhaupt eine Hebamme zu finden, und nutzen deshalb alternative Informationsquellen«, weiß Michael Bock, Regionalgeschäftsführer der BARMER in Simmerath. Die Krankenkasse bietetn ihren Versicherten deshalb den Service des Kindes einer Beratung durch Hebammen während der Schwangerschaft und in den ersten sechs Monaten nach der Geburt an - täglich von 7 bis 22 Uhr via Telefon oder Chat. ).Eine Anmeldung zur Podiumsdiskussion in Stolberg ist nicht notwendig. Der Eintritt ist frei.