Thomas Förster

Wohn- und Gewerbeflächen sind in Vossenack rar

Vossenack (Fö). Gemeinde Hürtgenwald will Wohnraum für Einheimische und Geflüchtete schaffen, Gewerbeflächen bereitstellen und die Erinnerungskultur erneuern.
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»Unsere Gemeinde ist beliebt, bei Bewohnern und Unternehmern«, weiß Bürgermeister Andreas Claßen. Und daher sind die Erschließung von Baugebieten und das Bereitstellen von Gewerbeflächen zwei wichtige Aufgaben für die nächsten Monate.
»Wir haben fertige Bebauungspläne, die umgesetzt werden müssen. Andererseits gibt es reichlich bebaubares Land, das aber in privater Hand ist und daher kaum vermarktet wird«, zeigt Claßen ein Problem auf, das überall im Monschauer Land vorherrscht.
Auch Gewerbetreibende suchen nach neuen Flächen. »Viele Betriebserweiterungen scheitern am fehlenden Baugrund«, weiß Claßen. In Gey gebe es eine 12 Hektar große Fläche, die dringend erschlossen werden müsse, da sie sonst aus dem Regionalplan falle. Am Rande von Vossenack hingegen entlang der Bundesstraße vom Neubaugebiet »Wurzel« in Richtung Pelletieranlage könne auch Gewerbe angesiedelt werden - doch noch gebe es Widerstand in der Bevölkerung.
Eine Baustelle für die Gemeinde sind nicht nur Baustellen für die jungen Einwohner zu schaffen oder Zuzug zu ermöglichen, sondern auch Wohnraum für geflüchtete Menschen bereit zu stellen. »Laut Verteilungsquote könnten uns bis zu 200 Menschen zugewiesen werden«, weiß Claßen. Es gebe aber keine Sozialwohnungen oder ähnliche Unterbringungsmöglichkeiten. So wolle er Container-Standorte gerade in den großen Orten der Gemeinde wie Vossenack, Kleinhau oder Gey mit vernünftiger Infrastruktur wie Lebensmittelgeschäft und wohnortnaher Busanbindung schaffen. »Bis Jahresmitte müssen wir Wohnraum für 50 Personen einrichten - langfristig wollen wir selbst bauen, um sozialen Wohnraum vorzuweisen«, erklärt Claßen. In moderner Modulbauweise aus Holz soll zukunftsgerichtet, preisgünstig und nachhaltig gebaut werden.

Breiter Radweg über die Kall

Kopfzerbrechen bereiten Claßen und seinen Mitarbeitern die Folgen des Hochwassers im letzten Sommer. »Glücklicherweise hat bei uns niemand seinen Wohnraum verloren oder gar das Leben gelassen - und doch ist gerade in Simonskall und Zerkall noch eine Menge zu tun«, weiß Claßen. Künftig müsse überdacht werden, wie und was man in den Bachauen überhaupt noch bauen könne. Vier zerstörte Stege sollten für bis zu 1 Million Euro erneuert werden. »Die Planungen nehmen Dimensionen ein, die nicht nötig sind und für die Bauarbeiten gibt es gar keine geeignete Zuwegung«, kritisiert Claßen. So sollen zwei Brücken mindestens 2,50 Meter breit sein, um Begegnungsverkehr für Radfahrer zu ermöglichen. »Was bringt es eine neue Brücke über die Kall zu haben, wenn links und rechts davon der Wanderweg von schwerem Gerät zerstört ist?«, fragt sich Claßen.
Die Zukunft von Vossenacker Freibad und »Museum Hürtgenwald 1944 und im Frieden« müsse auf tragfähige Füße gestellt werden. »Zudem will ich die vielen engagierten Geschichtsfreunde noch enger zusammenführen, um den guten Erneuerungsprozess der Erinnerungskultur voranzubringen«, freut sich Claßen. Denn es habe an vielen Stellen ein Umdenken stattgefunden.