Thomas Förster

Zentraler Baustein der Energiewende

Region Aachen. »multiTESS« feierlich eröffnet - Junker und Dürr haben mitgewirkt

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Jeanette Lemmes und Oliver Krischer schnitten das Band zur Eröffnung der multiTESS-Anlage durch - gemeinsam mit Vertretern der FH Aachen und der Partnerunternehmen.

Jeanette Lemmes und Oliver Krischer schnitten das Band zur Eröffnung der multiTESS-Anlage durch - gemeinsam mit Vertretern der FH Aachen und der Partnerunternehmen.

Foto: FH Aachen / Team Pressestelle / Arnd Gottschalk

Region. Die sichere und CO2-freie Wärme- und Stromversorgung aus regionalen Quellen sowie die sektorenübergreifende Vernetzung sind zentrale Themen der Energiewende. Mit multiTESS entwickelt das Solar-Institut Jülich der FH Aachen (SIJ) gemeinsam mit den Industriepartnern Kraftanlagen Energies & Services, Otto Junker und Dürr Systems einen sogenannten Power-to-Heat-Speicher. Dieser erlaubt es, Energie in Form von Hochtemperaturwärme zu speichern (»beladen«) und diese Wärme bei Bedarf wieder zu verstromen (»entladen«). Zusätzlich können auch externe Wärmequellen – etwa die Abwärme aus industriellen Prozessen – einbezogen worden; ebenso ist denkbar, die gespeicherte Wärme nicht nur zur Stromproduktion, sondern auch zur Einspeisung in öffentliche Fernwärmenetze oder zur Bereitstellung von Prozesswärme für die (Schwer-)Industrie zu nutzen. Jetzt ist die Versuchsanlage in Jülich eröffnet worden.

Der Temperaturbereich oberhalb von Wärmepumpen – also zwischen 150 und 1000 Grad – stellt bei der CO2-freien Grundlastversorgung bisher technisch und wirtschaftlich ein großes Problem dar; genau dieses Problem wird im Projekt multiTESS erfolgreich adressiert. Hierbei kommen erstmals ein elektrischer Hochleistungserhitzer in Verbindung mit einem Hochtemperaturspeicher und Wärmenutzung als Gesamtsystem bei einer Nenntemperatur von 1000 Grad zum Einsatz. Das Verfahren koppelt den Sektor Strom mit dem Sektor Wärme. Dabei ermöglicht der Power-to-Heat-Speicher die Nutzung günstiger, aber volatiler erneuerbarer Energien für eine zwingend bedarfsgesteuerte industrielle Wärme sowie gekoppelte Stromversorgung. In Verbindung mit einem sehr hohen Wirkungsgrad können multiTESS-Systeme in Zusammenhang mit erneuerbaren Energien einen relevanten Beitrag zur Versorgungssicherheit und Dekarbonisierung leisten.

Mit der Versuchsanlage erforscht das SIJ, unter welchen Bedingungen die Speicherung am effizientesten ist.

Bei der Eröffnung sagte Oliver Krischer, Minister für Umwelt und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, die TESS-Technologie könne zum Modell für viele Siedlungsbereiche sowie Gewerbe- und Industriegebiete werden. Die Energieversorgung der Zukunft müsse auf Erneuerbaren Energien aufbauen.

Jeanette Lemmes (Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz) bekräftigte, gemeinsames Ziel müsse es sein, Versorgungssicherheit, Wohlstand und Klimaschutz zu gewährleisten.