Anja Breuer

Ziel: Schneller sein als der PKW

Imgenbroich. Die Schnellbusverbindung zwischen Monschau und Aachen wird deutlich attraktiver. Ein echter Anreiz, das Auto stehen zu lassen und mit dem Bus zu reisen?
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Von Monschau nach Aachen in nur 58 Minuten. Das verspricht die neue Schnellbusverbindung SB66, die am 6. Februar eingeführt wird. »Schnell, komfortabel und bezahlbar zwischen der Eifel und der Städteregion Aachen pendeln: All das erfüllen die neuen RegioLiner-Busse der ASEAG auf hervorragende Weise und machen den Umstieg vom Auto in den Bus einfacher«, so NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes bei der Vorstellung des neuen Angebots am Bushof in Imgenbroich.
Somit wird die von Bund und Ländern angestrebte Mobilitätswende konkreter. »Es ist nicht einfach, aber wir versuchen, mit unseren Bussen zukünftig schneller zu sein als der Pkw. Nur so kann die Verkehrswende wirklich umgesetzt werden«, erklärt Michael Carmincke, Vorstand der ASEAG. Doch neben der Schnelligkeit spielt auch der Komfort eine große Rolle. Dafür sorgen in den neuen Überland-Bussen bequeme Sitze, Gepäckablagen, WLAN für Fahrgäste, USB-Anschlüsse in allen Sitzreihen zum Laden von Smartphones und Tablets sowie eine Klimaanlage und Ambientebeleuchtung. Eine Klapprampe sowie eine Multifunktionsfläche für Rollstuhl, Fahrrad und Kinderwagen sorgen für Barrierefreiheit.
»Gerade in der Fläche leben viele Menschen außerhalb des Einzugsbereichs der Schiene. Um auch den Menschen in diesem vom Zugverkehr nicht erschlossenen Gebieten eine attraktive Direktverbindung in das nächste Zentrum zu bieten, ist der Schnellbus eine hervorragende Alternative«, so Heiko Sedlaczek, Geschäftsführer des Zweckverbands Nahverkehr Rheinland (NVR). In Planung ist zudem eine extra Schnellbuslinie auf der Autobahn und den übrigen Straßen. »Wenn der Bus, genau wie die Autos, im Stau stehen muss, stellt er keine echte Alternative dar«, ergänzt Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier.
Möglich wird das neue Angebot durch Fördermittel des NVR in Höhe von rund 2,8 Millionen Euro für den Zeitraum von 2022 bis 2026. Die Landesregierung fördert regionale Schnellbusverkehre mit insgesamt 100 Millionen Euro, »um den öffentlichen Nahverkehr als Rückgrat sauberer Mobilität weiter zu stärken«, so NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes.
Die Kommunen Roetgen und Monschau finanzieren die jährlichen Mehrkosten aus eigenen Mitteln. »Die Gemeinde Roetgen ist eine der pendlerstärksten Kommunen in NRW. Daher ist Mobilität für uns ein ganz entscheidender Punkt für die Weiterentwicklung unserer Gemeinde. Die neue SB66 ist vielversprechend«, äußert sich Roetgens Bürgermeister Jorma Klauss. NVR-Geschäftsführer Sedlaczek ist sich zudem sicher: »Haben wir die Corona-Pandemie irgendwann hinter uns, werden die Fahrgastzahlen den Erfolg der SB66 ganz sicher belegen«.

Fahrplan erweitert

  • Montags bis freitags ist die SB 66 zwischen 5 und 23 Uhr im 30-Minuten-Takt unterwegs.
  • Samstags und sonntags fährt sie alle 60 Minuten, samstags von 7 bis 23 Uhr, sonntags von 8 bis 23 Uhr. 
  • In der Woche starten somit täglich sechs Fahrten pro Richtung mehr, am Wochenende sogar neun Fahrten.