Thomas Förster

Zwei klare Voten und eine Runde zwei

Dr. Carmen Krämer und Micha Kreitz in Bürgermeister-Stichwahl, Hürtgenwald wählt Andreas Claßen, Roetgen ist für Windenergie
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Eine zu erwartende Stichwahl zwischen Dr. Carmen Krämer und Micha Kreitz mit überraschenden Vorzeichen und zwei klare Entscheidungen sind das Ergebnis der lokalen Abstimmungen am Wahlsonntag. Dazu gelang Daniel Scheen-Pauls bei der Landtagswahl der direkte Einzug nach Düsseldorf.

Monschau/Eifel (Fö). »Warum sollte ich an meiner Wahlkampagne etwas ändern? Sie scheint ja viele Menschen überzeugt zu haben.« Dr. Carmen Krämer hat die erste Runde der Monschauer Bürgermeisterwahl gewonnen. Die parteilose Kandidatin von Bündnis´90/Die Grünen erhielt 40,42 Prozent der Stimmen. Ihr Kontrahent bei der Stichwahl, die am Sonntag, 29. Mai, die Entscheidung bringen wird, ist Micha Kreitz. Der Christdemokrat bekam 32,09 Prozent der Stimmen. Die Reise ins Bürgermeisteramt endete am Wahlabend für Einzelbewerber Werner Maaßen, der mit 20,95 Prozent einen Achtungserfolg erzielte; auch SPD-Fraktionschef Henri Wegenka schied aus: er konnte nur 6,54 Prozent von sich überzeugen.

»Ich freue mich über die hohe Wahlbeteiligung von knapp 69 Prozent und 2223 Bürger unserer Stadt, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben«, unterstreicht Micha Kreitz. Er hatte im Wahlkampf besonders viele »Klinken geputzt«, mehr als 1000 Haushalte besucht und den Dialog mit den Menschen gesucht. »Ich werde meinen sachlichen Wahlkampf fortsetzen und alles daran setzen, meine Unterstützer für den zweiten Wahlgang zu mobilisieren«, so Kreitz. Der Wahlausgang zeige, dass es beim Bürgermeisteramt um die Person und weniger um die Partei gehe. »Daher ist es wichtig, gerade die zu überzeugen, die heute einen der beiden unterlegenen Kandidaten gewählt haben.«

Ihre Pläne für die ersten 100 Tage im Amt will Dr. Carmen Krämer bis zur Stichwahl in den Fokus stellen: »Ich biete weiter auf den unterschiedlichsten Kanälen Gesprächsangebote an und will den Menschen noch stärker zeigen, was sie an mir haben werden«, so die 35-Jährige. Die Stichwahl werde sicherlich kein Selbstläufer, auch wenn sie einen Vertrauensvorsprung genieße. Man darf gespannt sein...

Zwei Drittel für Windkraft und Amtsenthebung

Gespannt waren auch viele Roetgener, ob das Thema »Windenergie« in ihrer Gemeinde ein jähes Ende finden würde. Doch den Bürgerentscheid, ob der Beschluss des Gemeinderates vom 05.10.2021 zur Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 37 »Windenergie« und zur Aufstellung der 15. Änderung des Flächennutzungsplans »Windenergie« aufgehoben werden soll, lehnte mit 69,44 Prozent eine deutliche Mehrheit der Bürger ab. Knapp zwei Drittel der Wahlberechtigten im »Tor zur Eifel« hatten ihre Stimme abgegeben.

Die Tage von Hürtgenwalds Bürgermeister Andreas Claßen sind auch gezählt. Der Parteilose, dem bei der Wahl im September 2020 noch ein Sensationssieg gelungen war, wurde mit 68,24 Prozent der Stimmen abgewählt. 3.042 der 7.319 Wahlberechtigten waren der Meinung, Claßen müsse seinen Hut nehmen, um einen Neuanfang in Politik und Verwaltung angehen zu können. Die Hürtgenwalder werden voraussichtlich im September zum nächsten Urnengang aufgerufen: Dann wird über den Nachfolger von Andreas Claßen entschieden. Bislang haben Iris Hürtgen (CDU) und Stephan Cranen (FDP) ihre Bereitschaft zur Kandidatur erklärt.

Direktmandate für Scheen-Pauls und Nolten

Auch wenn er sicherlich von der allgemeinen Stimmung im Land profitiert hat, so ist Daniel Scheen-Pauls bei der Landtagswahl eine kleine Sensation gelungen. Der Christdemokrat errang das Direktmandat im Wahlkreis Aachen IV und konnte mit 37,20 Prozent den bisherigen direkten Mandatsträger Stefan Kämmerling (SPD, 35,58 Prozent) auf Rang zwei verdrängen. Der Straucher entschied die Nordeifel-Kommunen deutlich für sich (Monschau 44:22 Prozent, Roetgen 34:26, Simmerath 52:22), unterlag in der SPD-Hochburg Stolberg nur hauchdünn (36:37) und musste einzig die Stadt Eschweiler verloren geben, die die Heimatstadt des Kontrahenten ist.

Mit einem Plus von sechs Prozent wurde die CDU auch bei den Zweitstimmen mit 39 Prozent stärkste Kraft. Die SPD verlor sechs Zähler (29 Prozent) und die Grünen waren der große Gewinner mit einem Plus von fünf auf 14 Prozent.

Ein ähnliches Bild im Wahlkreis Düren II - Euskirchen II, zu dem auch Schmidt und Vossenack gehören. Die CDU gewann dort deutlich mit 42 Prozent (+5), die SPD holte 24 Prozent (-5), die Grünen 13 (+8). Das Direktmandat ging dort erneut an Dr. Ralf Nolten (CDU, 43,53 Prozent).