Wer regiert ab dem 14. Mai in NRW?

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Am 14. Mai ist Muttertag. Ob es für die „Landesmutter“ Hannelore Kraft (SPD) ein Tag zum Feiern wird, wird sich abends zeigen. Denn am 14. Mai wählen die Bürger in Nordrhein-Westfalen einen neuen Landtag. Die Wahllokale sind bis 18 Uhr geöffnet. Schon wenige Minuten später bieten Hochrechnungen erste Prognosen. Dann zeigt sich, ob die SPD-Spitzenkandidatin Kraft die Chance auf eine weitere Legislaturperiode als Ministerpräsidentin hat. Wer darf wählen? In NRW sind rund 13,2 Millionen Bürger wahlberechtigt. Etwa 840.000 davon sind Erstwähler. Wahlberechtigt sind alle, die mindestens 18 Jahre alt und deutsche Staatsangehörige sind sowie seit mindestens 16 Tagen vor der Wahl in NRW wohnen. An der Landtagswahl NRW 2012 nahmen 59,6 Prozent der Wahlberechtigten teil. Eine Rekordbeteiligung gab es 1975 mit 86,1 Prozent. 2000 wurde mit 56,7 Prozent der Negativrekord aufgestellt. Wahlkreise Insgesamt gibt es in NRW 128 Wahlkreise. Sie sind durchnummeriert, tragen aber auch Namen. Die Gemeinden Monschau, Roetgen und Simmerath gehören dem Wahlkreis 4 (Aachen IV) an, die Gemeinden Bad Münstereifel, Blankenheim, Dahlem, Euskirchen, Mechernich, Nettersheim, Weilerswist und Zülpich gehören dem Wahlkreis 8 (Euskirchen I) an und die Gemeinden Heimbach, Hellenthal, Kall, Nideggen und Schleiden gehören dem Wahlkreis 12 (Düren II - Euskirchen II) an. Wer wird gewählt? Gewählt werden die Mitglieder des Landtags Nordrhein-Westfalen - und zwar für die kommenden fünf Jahre. Das NRW-Parlament besteht turnusmäßig aus 181 Abgeordneten. 128 von ihnen werden per Erststimme in den Wahlkreisen gewählt, heißt: Wer in seinem Wahlkreis die meisten Stimmen holt, zieht in den Landtag ein. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los. Die übrigen Abgeordneten werden über die Zweitstimme gewählt. Aus ihnen wird über einen Verteilungsschlüssel berechnet, wie viele Sitze jeder Partei zustehen. Die Anzahl der Sitze, die über die gewonnen Direktmandate der Partei hinausgeht, wird mit Zweitstimmen-Kandidaten besetzt. Sollte eine Partei schon über die Erststimmen mehr Sitze gewinnen, als ihr demnach eigentlich zustehen würden, erhält sie diese Sitze dennoch. Dabei spricht man von Überhangmandaten. Um das Stimmenverhältnis wieder herzustellen, bekommen die anderen Parteien sogenannte Ausgleichsmandate. Über die Zweitstimme erhalten allerdings nur Parteien Sitze, die mindestens fünf Prozent der Wähler hinter sich vereinen („Fünf-Prozent-Hürde“). Im Vorfeld der Wahl haben die Parteien Listen aufgestellt, die die Reihenfolge der Zweitstimmen-Kandidaten festlegen. Insgesamt bewerben sich 1329 Frauen und Männer um ein Landtagsmandat. Innerhalb von 20 Tagen nach der Wahl muss die erste Sitzung des neuen Parlaments stattfinden. Wer darf sich wählen lassen? Grundsätzlich darf sich jeder Wahlberechtigte wählen lassen, sofern er seit drei Monaten in NRW wohnt. Üblicherweise werden die Direktkandidaten von den Parteien aufgestellt. Aber auch Parteilose können zur Wahl antreten. Parteien und Einzelbewerber, die nicht seit der letzten Wahl ununterbrochen im Landtag vertreten sind, müssen 100 Unterstützungsunterschriften von Wahlberechtigten aus ihrem Wahlkreis vorweisen. Die Kandidaten mussten bis zum 28. März beim Wahlleiter nominiert worden sein. Wie wird gewählt? Alle Wahlberechtigten werden im Vorfeld mit einer Postkarte benachrichtigt. Jeder Wähler ist einem Wahllokal zugeteilt, das in der Wahlbenachrichtigung vermerkt ist. Meist sind es öffentliche Gebäude wie Schulen, Kindergärten oder Rathäuser. Die Wahllokale haben von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Nicht vergessen: Wahlbenachrichtigung und Personalausweis mitbringen, denn die werden kontrolliert. Wer am 14. Mai nicht wählen kann, kann noch bis zum 12. Mai Unterlagen zur Briefwahl beantragen. Ratsam ist es aber, die Briefwahl frühzeitig durchzuführen, da die Unterlagen am Wahlsonntag um 18 Uhr im Wahlamt vorliegen müssen. Die Direktkandidaten des Wahlkreises 4 (Aachen IV) SPD: Stefan Kämmerling (MdL), Jahrgang 1976, Bankkaufmann, Eschweiler
CDU: Axel Wirtz (MdL), 1957, Dipl.-Verwaltungswirt, Stolberg
Grüne: Lukas Benner, 1996, Student, Roetgen
FDP: Anke Göbbels, 1983, Angestellte, Eschweiler
Piraten: Maximilian Möhring, 1991, Student, Stolberg
Die Linke: Albert Borchardt, Bildender Künstler, 1961, Eschweiler
ÖDP: Dieter Brockmann, 1962, Koch, Stolberg
AfD: Frank Neumann, 1968, Rentner, Baesweiler Die Direktkandidaten des Wahlkreises 8  (Düren II – Euskirchen II) SPD: Cem Timirci, 1973, Rechtsanwalt, Düren
CDU: Dr. Ralf Nolten, 1964,  Dipl.-Agraringenieur, Kreuzau
Grüne: Gudrun Zentis (MdL), 1953, Dipl.-Finanzwirtin, Nideggen
FDP: Alexander Willkomm, 1987, Softwareentwickler, Düren
Piraten: Gunther Neubert,  1958, Fachverkäufer, Düren
Linke: Marko Wegner, 1967, Kaufmann, Düren
AfD: Bernd Essler, 1949, Investmentmanager, Düren Die Kandidaten des Wahlkreises 12 (Euskirchen I) SPD: Markus Ramers, Jahrgang 1986, Lehrer, Blankenheim
CDU: Klaus Voussem (MdL), 1970, Rechtsanwalt, Euskirchen
Grüne: Maria Sigel-Wings, 1956, Logopädin, Blankenheim
FDP: Frederik Schorn, 1991, Social Media Manager, Weilerswist
Linke: Thomas Alfred Bell, 1966, Beamter, Bad Münstereifel
AfD: Bernd Lübke, 1981, Straßenwärter, Hellenthal