Arbeitslosigkeit steigt deutlich an

Cochem. Der verschärfte Lockdown zeichnet sich im Landkreis Cochem-Zell deutlich in der Arbeitsmarktstatistik für Dezember ab.

Zum Monatsende zählten die Statistiker der für Cochem-Zell zuständigen Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen 1.432 arbeitslose Frauen und Männer. Das sind 193 mehr als vier Wochen zuvor und 283 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,2 Prozent – 0,5 Punkte höher als im November und 0,8 Punkte über dem Wert des Vorjahres.Das deutliche Plus an Arbeitslosen schlug auch diesmal fast nur bei der Arbeitsagentur – also im Rechtskreis des Sozialgesetzbuches (SGB) III – zu Buche. Dort gab es zum Monatsende 780 Arbeitslose, das sind 179 mehr als vier Wochen zuvor. Im Jobcenter stieg die Zahl der Arbeitslosen im Dezember um 14 auf 652. Weniger deutlich ist der Unterschied im Vorjahresvergleich: Damals waren bei der Agentur 145 und beim Jobcenter 138 Frauen und Männer weniger arbeitslos gemeldet.

Weniger offene Stellen

Dem Arbeitgeberservice wurden in den letzten vier Wochen 61 neue Stellen gemeldet. Insgesamt registrieren die Statistiker damit zum Jahresende 380 offene Stellen – 137 weniger als vor einem Jahr. Gegenüber dem Vormonat ist aber auch die Zahl der Kurzarbeit (KuG)-Anzeigen im Landkreis Cochem-Zell im Dezember zurückgegangen. In den letzten vier Wochen zeigten laut Statistik 73 Betriebe für 438 Beschäftigte Kurzarbeit an. Im November waren es noch 149 Betriebe und 893 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Insgesamt gab es seit Anfang April 1.066 KuG-Anzeigen für 8.600 Beschäftigte. Zwischen April und Dezember 2019 waren es lediglich acht Betriebe und 137 Beschäftigte. Diese Zahlen ließen jedoch nicht den Schluss zu, dass trotz neuerlichem Lockdown weniger Betriebe auf Kurzarbeit setzen, betont Agenturleiter Frank Schmidt. "Viele Unternehmen haben bereits bei der Schließungswelle im November neue Anzeigen eingereicht. Andere müssen nicht aktiv werden, weil ihre früheren Anzeigen noch gelten." Andererseits würden Betriebe immer häufiger doppelt erfasst, weil die Geltungsdauer ihrer Anzeige abgelaufen sei oder die Kurzarbeit für drei Monate und mehr unterbrochen wurde. "Letztendlich werden wir wohl erst in der Rückschau im Detail wissen, in welchem Ausmaß Kurzarbeit dazu beigetragen hat, die Krise zu überwinden. Sicher ist aber, dass ihr Anteil ganz erheblich ist."

Symbolfoto: Archiv

www.arbeitsagentur.de

 

 

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