Arbeitsmarkt kennt keine Sommerpause

Cochem. Ende August ist die Zahl der arbeitslosen Menschen im Landkreis Cochem-Zell noch einmal leicht gesunken. Das geht aus der aktuellen Statistik der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen hervor. Demnach sind zurzeit 881 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das sind 23 weniger als im Juli und vier mehr als vor einem Jahr. Die Ar-beitslosenquote liegt bei 2,6 Prozent und damit gleichauf mit dem Vorjahr. Im Juli lag die Quote bei 2,7 Prozent.

Dass die Arbeitslosigkeit im August an der Mosel nicht so deutlich gesunken sei wie in den Nachbarkreisen Mayen-Koblenz oder Ahrweiler liege daran, dass sie im Sommer auch nicht nennenswert angestiegen sei, erklärt der stellvertretende Agenturleiter Thomas Becker. "Kurz vor Beginn den Sommerferien nimmt die Arbeitslosigkeit in der Regel zu, weil viele junge Leuten ihre Ausbildung beendet haben, aber erst nach den Ferien eine neue Beschäftigung aufnehmen oder ein Studium beginnen. Rund um Cochem bleibt dieser Effekt weitgehend aus, weil das stark vertretene Gastgewerbe im Sommer Hochsaison hat und alle Arbeitskräfte gebraucht werden." Erfahrungsgemäß könne man im Landkreis Cochem-Zell bis zum Jahresende mit einer sehr niedrigen Arbeitslosenquote rechnen, meint Becker. "Sie steigt üblicherweise erst an, wenn die Betriebe sich frühestens nach den Herbstferien und spätestens nach Weihnachten in die Winterpause verabschieden." Unabhängig von diesen saisonalen Einflüssen beobachte man weiterhin die vielfältigen globalen Entwicklungen, die Einfluss auf die regionale Wirtschaft nehmen könnten. "Bislang schlagen Handelskriege und Brexit-Ankündigung allerdings noch nicht auf den örtlichen Arbeitsmarkt durch."

Das Sozialgesetzbuch (SGB) befasst sich in zwei Büchern mit Arbeitslosigkeit: Das SGB III regelt die Arbeitslosenversicherung, das SGB II befasst sich mit der Grundsicherung (Hartz IV). Zurzeit werden 417 Arbeitslose dem SGB III und damit der Arbeitsagentur zugeordnet. Das sind 28 weniger als im Juli und 34 mehr als vor einem Jahr. 464 Frauen und Männer werden nach SGB II vom Jobcenter betreut – fünf mehr als vier Wochen zuvor und 30 weniger als im August 2018.

Dem Arbeitgeberservice wurden von den Betrieben im Landkreis im August 71 neue Stellenangebote gemeldet. Insgesamt sind damit bei der Agentur 546 offene Stellen aus der Region gemeldet. Im Endspurt befindet sich derzeit der Ausbildungsmarkt, denn die meisten Jugendlichen treten Anfang September ihre Lehrstellen an. Bislang meldeten sich bei der Berufsberatung 398 junge Menschen, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz waren. 40 von ihnen gelten zurzeit noch als unversorgt. Ihnen gegenüber stehen 178 unbesetzte Lehrstellen. Gemeldet waren ursprünglich 534. Rechnerisch kommen damit derzeit noch rund 4,5 Stellen auf einen unversorgten Bewerber. Auch wenn die Zeit knapp wird, geht die Vermittlung weiter. Wer bislang nicht den richtigen Ausbildungsplatz gefunden habe, könne durchaus noch unterkommen, betont Thomas Becker. "Es gibt noch jede Menge Angebote in fast allen Branchen. Und solange es möglich ist, den Stoff der Berufsschule nachzuarbeiten, werden Lehrstellen besetzt. Lange warten sollte jetzt aber niemand mehr." Kontakt zur Berufsberatung der Agentur für Arbeit über die kostenlose Servicenummer: 08 00 / 4 55 55 00.

Themenfoto: Archiv

www.arbeitsagentur.de

 

 

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