zen

Marienschwestern sind ein Segen für Cochem

Cochem. Seit 1953 ist die katholische Ordensgemeinschaft bereits in Cochem aktiv und betreibt dort das Marienkrankenhaus und das Seniorenzentrum St. Hedwig. Jetzt feierten sie das 65-jährige Jubiläum.

Sie kamen direkt nach dem Krieg und leisteten Aufbauhilfe. Und zwar nicht nur mit dem Bau des Krankenhauses, sondern auch durch viele Gespräche und geistliche Unterstützung:

Die Marienschwestern "von der unbefleckten Empfängnis" sind für Cochem seit 65 Jahren eine wichtige Institution. Das unterstrichen beim Jubiläumsfestakt zahlreiche Mitglieder der katholischen Pfarrgemeinde, Vertreter aus Politik und viele Anwohner.

Weihbischof Jörg Michael Peters, der den Festgottesdienst leitete, dankte den Marienschwestern für ihre Arbeit und ihr stetes Durchhalten. Gottes Zuversicht solle sie in den kommenden Jahren begleiten. Die Generaloberin der Kongregation, Sr. M. Sibylla Koltan, erinnerte an die Anfangsjahre der Marienschwestern nach dem zweiten Weltkrieg in Cochem und die damit verbundenen Herausforderungen: "Die Schwestern sahen die Armut und Not vieler Menschen und dies war ihnen wichtiger als ihr eigener Verlust. So sind sie in den vergangenen 65 Jahren zu einem wichtigen Element in der Nachkriegsgeschichte dieser Stadt geworden." Die Generaloberin wandte sich in ihrer Ansprache auch direkt an ihre Mitschwestern, um deren Arbeit zu würdigen: "Die Stadt Cochem braucht auch heute Ihr Zeugnis, Ihr Gebet, Ihren Glauben. Sie sind ein wichtiges Zeichen des Segens und der Gegenwart Gottes an diesem Ort." Verbandsgemeindebürgermeister Wolfgang Lambertz schloss sich den Worten an: "Sie machen etwas für uns, was wir nötig haben - Sie beten."

Lambertz erinnerte sich noch gut an seine Zeit als Messdiener in Cochem, als er die ersten Begegnungen mit den Marienschwestern gehabt habe. "Das war eine sehr beeindruckende Zeit. Und deshalb bin ich sehr froh, dass die Marienschwestern bis heute hier so aktiv sind und so eine vorbildliche Arbeit für die Gesellschaft leisten."

Winfried Mohr, langjähriger Geschäftsführer der Mariengruppe und heute deren Aufsichtsratsvorsitzender, wies im Gespräch mit dem Wochenspiegel ebenfalls auf die großen Leistungen der Ordensschwestern hin. Er gab ein anschauliches Beispiel: "Wenn eine Ordensschwester aus dem aktiven Dienst ausgeschieden ist, musste ich de fakto für eine weggefallene Stelle einer Ordensschwester eineinhalb bis zwei Stellen weltlich besetzen. Daran sieht man, wie wichtig der Einsatz der Ordensfrauen war und welche enormen Leistungen sie für diese Region gebracht haben."

Im Anschluss an den Festgottesdienst und das gemeinsame Mittagessen fand im Hof des Seniorenzentrums St. Hedwig ein Fest für die Mitarbeiter der verschiedenen Einrichtungen, denen der Dank für ihre Arbeit ebenso gilt, statt.

Die ehemalige Westdeutsche Provinz der Marienschwestern, zu der auch der Standort Cochem gehört, wurde 1950 errichtet, zuvor waren mehr als 150 Marienschwestern in den Süden und Westen Deutschlands geflüchtet. Nachdem das Cochemer St. Franziskus-Krankenhaus 1945 zerstört worden war und der Krankenhausbetrieb vorübergehend im Kloster der Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz in Ebernach stattfand, setzte sich die Generaloberin Mutter M. Roswitha Mix für den Wiederaufbau des Krankenhauses in Cochem ein. 1953 wurde dieses auf dem Klosterberg eingeweiht. Seit das Marienkrankenhaus 1993 an seinen neuen Standort in der Avallonstraße umziehen konnte, befindet sich auf dem Klosterberg das Seniorenzentrum St. Hedwig. Insgesamt besteht die Kongregation im St. Hedwig heute aus acht Marienschwestern, die zum Teil noch seelsorgerisch in den Einrichtungen tätig sind.

Informationen unter:

www.maria-immaculata.de/

 

Ganz nebenbei:

Seit 65 Jahren sind die Marienschwestern in Cochem aktiv. Wer in unserer Region aufgewachsenen ist, kennt sie seit Kindesbeinen an. Zu gut sind noch die Erinnerungen, wenn man als Kind in die Ambulanz des Cochemer Krankenhauses kam und einem das verletzte Knie von einer Ordensschwester verbunden wurde. Und immer gab es einen Segen mit auf den Weg. Bis heute kann man das Wirken der Marienschwestern in den Seniorenheimen in Cochem und Treis erleben. In Zeiten knapper Kassen und fehlendem Personal lassen sie die Menschlichkeit nicht außer Acht. Sie kümmern sich aufopferungsvoll um die Senioren und insbesondere auch um deren Angehörige, die meist hilflos am Krankenbett stehen und zusehen müssen, wie ein geliebter Mensch mehr und mehr abbaut. Der Generaloberin drücke ich die Daumen, dass die Nachwuchsprobleme, die alle Ordenshäuser haben, nicht noch massiver werden.

Mario Zender

mzender@weiss-verlag.de

 

Hintergrund

Zur Unterstützung junger Frauen in Not gegründet, begannen die Schwestern sich im Laufe der Kongregationsgeschichte auch in der Krankenpflege, der Seniorenbetreuung sowie der Arbeit mit Kindern und Menschen mit Behinderung zu engagieren. Das St. Marien-Krankenhaus in Lankwitz sowie die Seniorenstifte St. Marien, St. Antonius und St. Josef in Kreuzberg, Karlshorst und Luckenwalde wurde von den Marienschwestern gegründet. Weltweit sind die Marienschwestern in sieben Ländern aktiv, so zum Beispiel in Tansania oder auf den Philippinen. Weitere Informationen: www.maria-immaculata.de

 

 

 

 

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.